UN: "Separatisten verbreiten in der Ukraine Angst und Schrecken"

UN zur Lage im Osten der Ukraine: "Separatisten verbreiten Angst und Schrecken"

UN-Beobachter haben den pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine die Tötung von Zivilisten, Folter und weitere schwere Verletzungen der Menschenrechte vorgeworfen.

Bewaffnete Gruppen in den Regionen Donezk und Lugansk hätten eine Atmosphäre ständiger Angst geschaffen, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der UN-Mission zur Überprüfung der Menschenrechtslage in der Ukraine.

Bei Kämpfen zwischen Separatisten und Regierungstruppen sowie bei Angriffen auf öffentliche Einrichtungen kamen den Angaben zufolge seit Mitte April mehr als 300 Menschen ums Leben, wobei die weitaus meisten Zivilisten waren. Weitere Hunderte Menschen, ebenfalls zumeist Zivilisten, seien verletzt worden. Entsprechende Angaben verschiedener ukrainischer Behörden konnten von den UN-Beobachtern allerdings nicht unabhängig überprüft werden, wie sie einräumten.

Immer mehr Menschen würden vor dem Zusammenbruch von Recht und Ordnung aus Donezk und Lugansk fliehen, heißt es in dem Bericht. Bislang hätten mehr als 34.300 Menschen ihre Wohngebiete in der Ukraine - einschließlich der Krim - verlassen, um in anderen Gegenden Schutz zu suchen.

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Allein in der Ostukraine seien 12.700 Vertriebene registriert worden. Die tatsächliche Zahl liege aber vermutlich weit höher, erklärten die UN-Beobachter. Zudem wurden rund 220 Fälle von Entführungen und willkürlichen Festnahmen durch prorussische Separatistengruppen sowie Dutzende Fälle von Folter registriert.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, rief die Separatisten zur Niederlegung der Waffen und zu Verhandlungen auf. "Frieden, Versöhnung und langfristige Lösungen sind sicher noch erreichbar", sagte sie.

Zugleich appellierte Pillay an die Regierung in Kiew, sich bei Militäreinsätzen größtmöglich zurückzuhalten und Zivilisten zu schützen. Im Bericht der Beobachter wird kritisiert, dass in der Ostukraine immer wieder Menschen im Kreuzfeuer von Regierungstruppen und Separatisten ums Leben kommen.

(dpa)
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