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UN macht russische „Söldner“ für Gewalt in Afrika verantwortlich

Tausende Menschen auf der Flucht : UN macht russische „Söldner“ für Gewalt in Afrika verantwortlich

In der Zentralafrikanischen Republik sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen immer mehr russische „Söldner“ im Einsatz und sollen Menschenrechtsverletzungen begangenen haben. Die UN sind in Sorge.

Das sei zutiefst beunruhigend, teilte das UN-Expertengremium am Mittwoch in Genf mit. Bedenklich sei die Zusammenarbeit der privaten russischen Gruppe „Wagner“ mit den „Sicherheitsfirmen“ Sewa Security Services und Lobaye Invest Sarlu, die in russischem Besitz seien. Sie stünden mit „gewalttätigen Angriffen“ in Verbindung, die es seit der Präsidentenwahl im vergangenen Dezember in dem Land gegeben habe.

„Die Verwischung der Grenzen zwischen zivilen, militärischen und Friedensoperationen während der Feindseligkeiten schafft Verwirrung über die legitimen Ziele“, teilten die UN-Experten mit. Zu den Verstößen gegen Menschenrechte zählten etwa Hinrichtungen, Folter während der Verhöre, willkürliche Festnahmen und die Vertreibung der Zivilbevölkerung. Jüngste Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und Truppen der Regierung haben in dem Staat mehr als 180 000 Menschen in die Flucht getrieben. Die Zentralafrikanische Republik gilt als eins der ärmsten Länder der Welt. Beim Index für menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) belegt sie - knapp vor Niger - den vorletzten von 189 Plätzen.

Es gibt immer wieder Berichte über den Einsatz russischer „Söldner“ in verschiedenen Ländern, darunter im Bürgerkriegsland Libyen. Dazu hatte Kremlchef Wladimir Putin einmal gesagt: In dem Land seien „Söldner“ aller möglichen Staaten im Einsatz. Sollten darunter Russen kämpfen, seien sie nicht im staatlichen Auftrag dort.

(mja/dpa)