Neue Infektionsrisiken Was die WHO zur Krankenversorgung in der Ukraine sagt

New York · Die Weltgesundheitsorganisation hat Angriffe auf Krankenhäuser in der Ukraine verurteilt. Die Enge in Kellern und auf der Flucht erhöhe die Ansteckungsgefahr mit diversen Krankheiten. Unterdessen blieb die WHO nicht untätig.

 Ein Arzt im als Luftschutzraum genutzten Keller des Krankenhauses von Browary während eines Fliegeralarms am Donnerstag.

Ein Arzt im als Luftschutzraum genutzten Keller des Krankenhauses von Browary während eines Fliegeralarms am Donnerstag.

Foto: AP/Felipe Dana

 Seit Beginn der russischen Invasion seien 43 Attacken auf Hospitäler und andere medizinische Einrichtungen bestätigt, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat. Dabei seien zwölf Menschen getötet und 34 verletzt worden. Die Angriffe gefährdeten Behandlung und Versorgung und seien eine besondere Gefahr für Herzkranke, Diabetiker, Krebspatienten und Menschen mit Aids und Tuberkulose.

Tedros sagte, die vielen Menschen, die durch die Kämpfe vertrieben worden seien, lebten auf der Flucht oft dicht zusammengedrängt. Das erhöhe das Risiko von Infektionen mit Corona, Masern, Lungenentzündung oder Kinderlähmung. In psychiatrischen Kliniken und Spitälern mit Langzeitpatienten würden Medikamente, Nahrung und Decken knapp.

Bislang habe die WHO 100 Tonnen medizinische Güter in die Ukraine geschickt. Damit könnten 4500 Traumapatienten und 450 000 Patienten in der medizinischen Basisbehandlung einen Mont lang versorgt werden. Eine Lieferung mit weiteren 108 Tonnen werde vorbereitet. Entscheidend sei jedoch etwas anderes. „Die lebensrettende Medizin, die wir jetzt brauchen, ist Frieden“, sagte Tedros.

(peng/dpa)
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