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Ukraine: Viktor Janukowitsch fordert Referendum

Krise in der Ukraine : Janukowitsch fordert Referendum in jedem ukrainischen Gebiet

Erneut meldet sich der gestürzte ukrainische Staatschef Janukowitsch aus seinem russischen Exil zu Wort. Unversöhnlich wettert er gegen die neuen Machthaber in Kiew. Anstatt das Volk zur Einheit aufzurufen, reißt er die Gräben weiter auf.

Nach dem umstrittenen Russland-Referendum auf der Krim hat der entmachtete ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch für jedes Gebiet der Ex-Sowjetrepublik eine eigene Volksbefragung gefordert. "Als Präsident (... ) rufe ich jeden vernünftig denkenden Bürger der Ukraine auf - lasst Euch nicht von Selbsternannten ausnutzen", zitierte die russische Staatsagentur Itar-Tass am Freitag aus einer Erklärung Janukowitschs. Die Aussagen könnten nach Ansicht von Beobachtern die Spannungen im prorussischen Osten und Süden der Ukraine wieder anheizen.

Janukowitsch fordert landesweite Volksbefragung

Janukowitsch warf der neuen Führung um den prowestlichen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk erneut vor, die Macht in einem bewaffneten Umsturz und "auf den Schultern von Nazi-Sturmtruppen" an sich gerissen zu haben. Der 63-Jährige betonte, nur eine landesweite Volksbefragung und keine vorgezogene Präsidentenwahl könnte die Situation stabilisieren und die Einheit erhalten.

Janukowitsch war nach dem Machtwechsel in Kiew im Februar nach Russland geflohen. Er bat seine Partei der Regionen darum, ihn beim bevorstehenden Kongress formell auszuschließen.

EU und USA für Umsturz verantwortlich

Scharf kritisierte Janukowitsch die Europäische Union und die USA. "Der Sturz der gesetzmäßigen Machthaber ist vom Westen außerhalb internationalen Rechts geplant worden und nicht das erste Beispiel eines solchen Szenarios", hieß es in der Erklärung.

Anders als bei seinen zwei bisherigen Wortmeldungen aus dem russischen Exil trat Janukowitsch diesmal nicht öffentlich auf. Der Politiker soll sich zuletzt in einer Villa nördlich von Moskau aufgehalten haben.

Janukowitsch sieht sich weiter als legitimen Präsidenten des Landes

Der gestürzte Staatschef, der sich weiter für den legitimen Präsidenten hält, verteidigte seine Entscheidung vom November, ein historisches Partnerschaftsabkommen mit der EU kurzfristig auf Eis zu legen. "Es hat nicht den nationalen Interessen der Ukraine entsprochen. Diese Vereinbarung hat eine gewaltige Menge fataler Risiken für das Land beinhaltet", unterstrich Janukowitsch.

Janukowitschs Weigerung auf Druck Russlands hatte die monatelangen Proteste ausgelöst, die schließlich zu seinem Sturz führten. Jazenjuk hat den politischen Teil des Assoziierungsabkommens mittlerweile unterzeichnet.

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(bis)