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Ukraine - USA drohen Russland mit steigenden Kosten

Ukraine-Konflikt : USA drohen Russland mit weiteren Sanktionen

Das Weiße Haus verurteilt die jüngste Offensive der prorussischen Separatisten und hat angedroht die Kosten für Russland weiter steigen zu lassen. Die prorussischen Separatisten feiern in der Ostukraine unterdessen einen militärischen Erfolg.

"Solange Russland mit seiner unverhohlenen Missachtung seiner Verpflichtungen weitermacht (...), werden die Kosten für Russland weiter steigen", sagte US-Vizepräsident Joe Biden am Mittwoch (Ortszeit) in einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, wie das Weiße Haus mitteilte. In einer Erklärung verurteilte das Weiße Haus das Vorgehen der prorussischen Separatisten und die "hohen Verluste der ukrainischen Zivilbevölkerung durch die von Russland unterstützte Offensive" in der Ostukraine.

Am späten Dienstagabend hatte bereits US-Präsident Barack Obama mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Ukraine-Konflikt gesprochen. Beide Politiker äußerten sich in dem Telefonat besorgt angesichts der jüngsten Ausweitung der Kampfhandlungen.

Die prorussischen Rebellen haben unterdessen Fortschritte bei der Eroberung einer Stadt gemeldet, die ein wichtiges Verbindungsstück zwischen ihren Hochburgen Donezk und Lugansk ist. Ihr stellvertretender Kommandeur Eduard Bassurin teilte am Mittwoch mit, die Debalzewo verbindende Fernstraße mit anderen Rebellenstädten sei unter Kontrolle gebracht. Die Umzingelung der Stadt selbst sei aber noch nicht abgeschlossen.

Durch Debalzwo geht eine Bahnverbindung, die Donezk und Lugansk verbindet. Ein Sprecher der ukrainischen Truppen in den östlichen Kampfgebieten, Roman Turowez, bestätigte, überall an der 300 Kilometer langen Strecke werde gekämpft. "Debalzewo ist eine wichtige Bahnverbindung, ohne die es keine wirkliche Verbindung zwischen Donezk und Lugansk geben kann", sagte er.

Der ukrainische Militärsprecher Andrej Lyssenko betätigte, dass die Stadt von zwei Seiten abgeriegelt sei und mit Grad-Raketenwerfern beschossen werde. Von einer bevorstehenden Niederlage der Regierungstruppen könne aber nicht die Rede sein. "Das sind alles Lügen, Träume", sagte ein weiterer Militärsprecher in der Ostukraine, Leonid Matjuchin.

Zuvor hatte Lyssenko den Tod von drei ukrainischen Soldaten bei Kämpfen mitgeteilt. Dem seit April tobenden Konflikt zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungssoldaten im Osten der Ukraine sind nach Angaben der UN mehr als 5100 Menschen zum Opfer gefallen.

(ap)