Ukraine: Über 6000 Menschen mussten bisher sterben

Uno-Bericht : Über 6000 Menschen starben bisher im Ukraine-Konflikt

Während die Außenminister der USA und Russlands in Genf über die Krise in der Ukraine beraten wollen, hat die Uno in dem bewaffneten Konflikt im Osten des Landes bereits mehr als 6000 getötete Menschen gezählt.

Die Kämpfe hätten zu einer "schonungslosen Zerstörung" ziviler Leben und der Infrastruktur geführt, erklärte UN-Menschenrechtskommissar Seid Ra'ad al-Hussein am Montag in Genf. Er rief die Konfliktparteien zur Einhaltung der im Minsker Abkommen vereinbarten Waffenruhe auf. Alle Verletzungen der Menschenrechte müssten untersucht und die Täter angeklagt werden, forderte der UN-Hochkommissar.

Am Montag war die Lage in den umkämpften Gebieten zunächst relativ ruhig. Die Regierung in Kiew teilte am Sonntag mit, binnen 24 Stunden sei kein ukrainischer Soldat getötet worden. Der eingeleitete Abzug schwerer Waffen und die weitgehende Einhaltung der Feuerpause hatten zuletzt Hoffnungen auf eine Deeskalation genährt.

Die prorussischen Rebellen kämpfen im Osten der Ukraine seit Monaten gegen die ukrainische Armee. Am 12. Februar unterzeichneten beide Seiten in Minsk unter internationaler Vermittlung einen Friedensfahrplan. Die Waffenruhe wurde seitdem jedoch mehrfach gebrochen, auch der Abzug schwerer Waffen hatte sich verzögert.

John Kerry (rechts) und Sergej Lawrow beraten in genf über eine Lösung des Ukraine-Konflikts. Foto: ap

Lawrow und Kerry in Genf

Derweil sind die Außenminister der USA und Russlands am Montag in Genf zu einem Gespräch über die Entwicklung in der Ukrainekrise zusammengekommen. Bei dem Treffen John Kerrys mit Sergej Lawrow am Rande der Frühjahrssitzung des UN-Menschenrechtsrates ging es auch um die Konflikte im Nahen Osten sowie die Verhandlungen mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Das erklärten Diplomaten.

An der Eröffnungsrunde der vierwöchigen Debatten im Rahmen der 28. Sitzung des Menschenrechtsrates beteiligen sich Außenminister und andere hohe Vertreter zahlreicher Staaten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) wird am Dienstag vor dem Gremium sprechen. Die Beratungen werden vom deutschen Botschafter Joachim Rücker geleitet, der im Januar für ein Jahr zum Präsidenten des Rates gewählt worden war.

(AFP)