Ukraine: Putin beteuert seine Unterstützung für eine Waffenruhe

Krise in der Ukraine : Putin beteuert seine Unterstützung für eine Waffenruhe

Während sich der Berater des amerikanischen Präsidenten für Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen hat, hat der russische Präsident Wladimir Putin seinen Willen zu einer diplomatischen Beilegung des Konflikts mit der Ukraine bekräftigt.

Nach Angaben des Präsidialamts in Moskau sicherte Putin seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko am Dienstag in einem Telefonat zu, "den Friedensprozess für die Ukraine weiter zu unterstützen". Bei dem Gespräch sei auch die Notwendigkeit unterstrichen worden, den am vergangenen Freitag ausgehandelten Waffenstillstand in der Ostukraine beizubehalten, erklärte das russische Präsidialamt weiter.

Nach monatelangen Auseinandersetzungen hatten sich prorussische Separatisten und die Regierung in Kiew am Freitag auf eine Waffenruhe verständigt. Diese ist zwar brüchig, hält aber nach Angaben aller Lager dennoch überwiegend. Verschärfte westliche Sanktionen gegen Russland wegen dessen Rolle in dem Nachbarland sind zwar beschlossen, werden derzeit aber noch nicht umgesetzt. Der Westen und die Ukraine werfen Putin eine direkte militärische Einmischung in den Konflikt mit den prorussischen Separatisten vor. Mit dem Nichtvollziehen der Sanktionen soll ihm aber Gelegenheit gegeben werden, weitere Bedingungen für eine Entspannung zu erfüllen. Gefordert wird unter anderem ein vollständiger Rückzug russischer Truppen aus dem Nachbarland. Putin bestreitet aber eine militärische Einmischung in den Konflikt.

Waffenhilfe aus dem Westen?

Derweil hat sich Zbigniew Brzezinski (86), Berater von US-Präsident Barack Obama, für Waffenlieferungen des Westens an die ukrainische Regierung ausgesprochen. "Wir müssen die Ukraine mit Waffen unterstützen. Nicht um Russland anzugreifen, sondern zur Selbstverteidigung", sagte er am Dienstag in einem Interview mit der Deutschen Welle. "Wenn die Ukrainer sich wehren, werden die Kosten für Putin steigen und er muss seine Strategie überdenken."

Die Haltung von Russlands Präsident Wladimir Putin nannte Brzezinski "antiquiert": "Er wird damit nicht durchkommen. Aber wenn er trotzdem versucht, eine neue Sowjetunion mit Gewalt durchzusetzen, könnte das jede Menge Unruhe in Europa auslösen", betonte der einstige Leiter des Nationalen Sicherheitsrats unter Präsident Jimmy Carter.

Im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) setzte Brzezinski auf mehr Zurückhaltung des Westens. "Obama wurde in die Enge getrieben. Ohne zu überlegen, fordern viele eine amerikanische Militäraktion aus der Luft und auf dem Boden." Die USA hätten allen Grund, sehr vorsichtig zu sein. "Aber reagieren müssen sie - als Teil einer größeren Koalition, in der die Rolle Amerikas genau definiert ist", betonte Brzezinski.

(REU)