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Ukraine: Macron fordert Putin zur Wiederaufnahme der Evakuierungen in Mariupol auf

Kampf um Mariupol : Macron fordert Putin zur Wiederaufnahme der Evakuierungen auf

Es war das erste Gespräch seit mehr als einem Monat: Frankreichs Staatschef Macron hat mehr als zwei Stunden mit Russlands Präsident Putin zum Krieg in der Ukraine telefoniert. Macron forderte Putin laut Angaben aus dem französischen Präsidialamt auf, „diesen zerstörerischen Angriff“ zu beenden.

Macron habe erneut eine Waffenruhe verlangt und seine große Sorge über die Lage im Donbass sowie in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol zum Ausdruck gebracht. Er verlangte den Angaben zufolge von Russland, seiner Verantwortung als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats gerecht zu werden und die verheerende Aggression zu beenden.

Der Kreml teilte mit, Putin habe Macron über die „Befreiung“ Mariupols durch russische Truppen informiert sowie über die erfolgreiche Evakuierung von Zivilisten aus dem belagerten Stahlwerk Azowstal. Aus Paris hieß es, Macron habe Russland dazu aufgerufen, den Evakuierten entsprechend internationalem Recht freie Wahl über ihren Zielort zu lassen.

Macron sagte zudem, er sei aus Sorge um die weltweite Ernährungssicherheit bereit, mit internationalen Organisationen zusammenzuarbeiten, um eine Aufhebung der russischen Blockade der Lebensmittelexporte über das Schwarze Meer zu erreichen.

Ukraine-Krieg: Hoffen auf weitere Evakuierung aus Mariupol

Überschattet wurde die russische Darstellung von ukrainischen Medienberichten, wonach russische Soldaten am Dienstag mit einem neuen Sturm auf Azowstal begonnen haben sollen - obwohl dort wohl immer noch rund 200 Zivilisten festsitzen. Nachdem am vergangenen Wochenende mehr als 120 Menschen von dem Werksgelände gerettet wurden, scheiterte ein weiterer Evakuierungsversuch am Montag.

Zum Telefonat mit Macron teilte der Kreml weiter mit, Putin habe beklagt, dass die europäischen Länder den ukrainischen Beschuss von Ortschaften im Donbass ignorierten. Der Westen hätte den Tod von Zivilisten etwa durch das Einstellen von Waffenlieferungen vermeiden können, hieß es. Moskau wirft Kiew immer wieder Angriffe gegen Zivilisten vor - ungeachtet dessen, dass Russland selbst die Ukraine am 24. Februar angegriffen hatte. Seitdem sehen sich russische Truppen dem Vorwurf ausgesetzt, etwa im Kiewer Vorort Butscha und andernorts schwere Kriegsverbrechen begangen zu haben.

(felt/dpa)