Ukraine: Haftbefehl gegen Viktor Janukowitsch wegen "Massenmord" erlassen

Vorwurf des Massenmords : Ukraine: Haftbefehl gegen Viktor Janukowitsch erlassen

Gegen den abgesetzten Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, ist Haftbefehl erlassen worden. Dies teilte der Innenminister der Übergangsregierung am Montag mit. Janukowitsch sei wegen "Massenmordes" zur Fahndung ausgeschrieben.

Gegen den abgesetzten Präsidenten der Ukraine, Viktor Janukowitsch, ist Haftbefehl erlassen worden. Dies teilte der Innenminister der Übergangsregierung am Montag mit. Janukowitsch sei wegen "Massenmordes" zur Fahndung ausgeschrieben.

Der Innenminister der ukrainischen Übergangsregierung, Arsen Awachow, teilte am Montag über das soziale Netzwerk Facebook mit, Janukowitsch werde wegen Massenmordes gesucht. Er sei am Sonntag auf der Krim eingetroffen und halte sich an einem unbekannten Ort auf.

Bereits zuvor waren Berichte aufgekommen, dass der untergetauchte Ex-Präsident auf der Krim gesehen worden sei. Das Nachrichtenportal "liga.net" meldete indes, Janukowitsch sei in Begleitung russischer Marinesoldaten in der Hafenstadt Sewastopol gesehen worden. Dort ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.

Der oppositionelle Abgeordnete Wolodim Kurennoj teilte gar auf seiner Facebook-Seite mit, er habe unbestätigte Informationen, denen zufolge Janukowitsch auf der Halbinsel festgenommen worden sein soll. Sprecher des Innenministeriums und der Sicherheitskräfte auf der Krim teilten indes auf Anfrage mit, ihnen lägen keine derartigen Informationen vor.

Janukowitsch war am Freitag in den Osten des Landes geflohen und untergetaucht. Am Wochenende versuchte er, das Land mit einem Flugzeug zu verlassen, wurde aber von Grenzbeamten gestoppt.

Bei blutigen Straßenschlachten zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern waren in der vergangenen Woche im Zentrum Kiews und in anderen Städten dutzende Menschen getötet worden. Auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz wurden Berichten zufolge zahlreiche Demonstranten mit offenbar gezielten Schüssen in Kopf und Brust getötet.

Ukraine braucht 35 Milliarden Dollar

Die bisherige Opposition hatte am Wochenende nach monatelangen Protesten die Macht in Kiew übernommen und rasch alle wichtigen Posten besetzt. Nach dem politischen Umsturz braucht das Land nach Angaben der Übergangsregierung finanzielle Unterstützung in Höhe von 35 Milliarden Dollar (25,5 Milliarden Euro). Dies sei der Bedarf für das laufende und das kommende Jahr, erklärte Finanzminister Juri Kolobow am Montag.

Übergangspräsident Alexander Turtschinow hatte zuvor gewarnt, die Ukraine stehe nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch vor dem Staatsbankrott.

Hier geht es zur Bilderstrecke: In diesem Protz lebte Präsident Viktor Janukowitsch

(AP/dpa/AFP)
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