Ukraine: Bewegung bei Friedensgipfel in Minsk

Ukraine-Krise : Bewegung beim Friedensgipfel in Minsk

Beim Ukraine-Krisengipfel in Minsk zeichnete sich am späten Mittwochabend Bewegung ab. Nach Beratungen in großer Runde setzen die Teilnehmer des Ukraine-Krisengipfels ihre Verhandlungen erneut im kleinen Kreis fort.

Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwochabend in der weißrussischen Hauptstadt Minsk der Agentur Tass zufolge. Zunächst hatten Kanzlerin Angela Merkel, Kremlchef Wladimir Putin, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der französische Staatschef François Hollande bereits zwei Stunden beraten, bevor sie für fast zwei weitere Stunden mit ihren Delegationen zusammenkamen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte am Abend, die Gespräche verliefen "aktiv". Dies bedeute "besser als super", erklärte er.

Die Teilnehmer des Minsker Krisengipfels planen nach Angaben der Delegation aus Kiew eine gemeinsame Erklärung, die die Souveränität der Ukraine unterstreicht. Auch die territoriale Integrität des Landes solle unterstützt werden.

Gleichzeitig bereite die Ukraine-Kontaktgruppe ein eigenes Dokument vor, das eine Verpflichtung auf die Waffenruhe bekräftige, die im September in Minsk vereinbart worden war. Eine Bestätigung der Angaben aus der Delegation lag zunächst nicht vor.

Die Kontaktgruppe bildet sich aus Vertretern der Ukraine, Russlands und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Der Gipfel in der weißrussischen Hauptstadt kam auf Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande zustande. Neben ihnen nahmen auch die Staatschefs der Ukraine und Russlands teil, Petro Poroschenko und Wladimir Putin. Dass sie überhaupt zusammen kamen, galt bereits als Hoffnungsschimmer. Putin und Poroschenko gaben sich vor den Verhandlungen die Hand.

Nach stundenlangen Gesprächen zeigten sich die vier Politiker kurz den Fotografen. Dann zogen sie sich zu weiteren Verhandlungen im kleinen Kreis zurück. Kanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin baten ebenso wie der ukrainische Präsident Petro Poroschenko und der französische Staatschef François Hollande ihre Außenminister dazu.

Das russische Staatsfernsehen zeigte in einer Übertragung aus dem Palast der Unabhängigkeit, wie sich die Politiker am Mittwoch mit Mitgliedern ihrer Delegation an einen großen runden Tisch setzen.

Das Präsidialamt des gastgebenden weißrussischen Staatschefs Alexander Lukaschenko teilte mit, dass die Gespräche in eine gemeinsame Erklärung münden könnten.

Überschattet wurden die Verhandlungen in Minsk von neuer Gewalt in der Ostukraine. Beim Beschuss eines Krankenhauses in der Separatistenhochburg Donezk sei mindestens ein Mensch getötet worden, berichteten örtliche Medien. Acht Zivilisten wurden demnach verletzt. Die Klinik stehe in Flammen, hieß es.

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(REU & dpa & ap)