Türkei verhängt weniger Einreisesperren gegen Deutsche

Auswärtiges Amt warnt weiter : Türkei verhängt weniger Einreisesperren gegen Deutsche

Die türkischen Grenzbehörden haben 2018 weniger Deutschen die Einreise in die Türkei verweigert als im Vorjahr. Das Auswärtige Amt hält seine Reisehinweise aber weiterhin aufrecht.

Die türkischen Grenzbehörden haben 2018 weniger Deutschen die Einreise verweigert als im Vorjahr. Dem Auswärtigen Amt wurden 78 Fälle gemeldet und damit 17 weniger als 2017. Das geht aus einer Antwort von Staatsminister Michael Roth auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Zahl ist aber immer noch groß genug, dass das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen für die Türkei weiterhin vor einer Zurückweisung von Reisenden an Flughäfen oder Grenzübergängen warnt. „Betroffene Personen mussten nach einer Wartezeit in Gewahrsam von mehreren Stunden bis zu einigen Tagen ihre Rückreise nach Deutschland antreten“, heißt es darin. „Dabei wurden ihnen ihre Mobiltelefone abgenommen und diese auf gespeicherte Inhalte sowie Kontakte durchsucht.“

Die Hintergründe der Einreiseverweigerungen würden zwar grundsätzlich nicht mitgeteilt, schreibt das Ministerium weiter. Es sei aber „auch hier ein Zusammenhang mit anonymen Denunziationen nicht auszuschließen“. Ein hoher Anteil der Zurückgewiesenen habe einen kurdischen oder türkisch-alevitischen Familienhintergrund.

Die Reisehinweise waren im Juli 2017 auf dem Höhepunkt der Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen verschärft worden. Sie wurden seitdem zwar mehrfach verändert, enthalten aber weiterhin auch die Warnung vor willkürlichen Festnahmen. Türkische Politiker haben wiederholt eine Entschärfung der Hinweise gefordert. Die Regierung in Ankara hofft für dieses und die kommenden Jahre auf eine deutliche Steigerung der Zahl deutscher Türkei-Touristen.

(sbl/dpa)
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