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Türkei und Saudi-Arabien streiten um den Verbleib von Dschamal Chaschukdschi

Beim Konsulatsbesuch verschwunden : Erdogan fordert Beweise zum Verbleib eines saudischen Journalisten

Dschamal Chaschukdschi besuchte das Konsulat des Königreichs in Istanbul, um Formalien für seine Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten zu erledigen. Seitdem ist er verschwunden – und die Türkei ermittelt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Saudi-Arabien aufgefordert, Beweise über den Verbleib eines verschwundenen saudi-arabischen Journalisten vorzulegen. Erdogan ging am Montag bei einem Besuch in Ungarn auf den Fall ein und sagte, das Königreich könne sich nicht damit herausreden, dass Dschamal Chaschukdschi in das Konsulat in Istanbul herein- und später auch wieder herausgegangen sei. Türkische Behörden haben erklärt, der für die US-Zeitung „Washington Post“ arbeitende Journalist habe das Konsulat nicht verlassen.

Chaschukdschi hatte am 2. Oktober das Konsulat aufgesucht, um Formalien für seine Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten zu erledigen. Seitdem wird er vermisst.

Dschamal Chaschukdschi (Archivbild von 2011) wird seit dem 2. Oktober vermisst. Foto: dpa/Virginia Mayo

Erdogan sagte, er verfolge persönlich den Fortgang der Ermittlungen, in die neben Polizei und Justiz auch der Geheimdienst eingeschaltet sei. Das türkische Außenministerium hatte bereits den saudi-arabischen Botschafter wegen des verschwundenen Journalisten einbestellt. Der stellvertretende Außenminister Sedat Önal habe den Botschafter am Sonntag getroffen, sagte ein Ministeriumsbediensteter. Önal habe darum gebeten, dass Saudi-Arabien bei den Ermittlungen kooperiere.

Der Privatsender NTV berichtete, die Türkei habe beantragt, das Konsulatsgebäude durchsuchen zu dürfen.

Türkische Staatsbedienstete haben die Vermutung geäußert, dass Chaschukdschi ermordet und seine Leiche fortgeschafft wurde. Vertreter Saudi-Arabiens haben den Verdacht als unbegründet zurückgewiesen.

(mlat/AP)