1. Politik
  2. Ausland

Türkei und Israel nehmen wieder reguläre diplomatische Beziehungen auf​

Beide Staaten haben Botschafter entsandt : Türkei und Israel nehmen wieder reguläre diplomatische Beziehungen auf

Rund vier Jahren währten die angespannten Beziehungen zwischen der Türkei und Israel. Jetzt nehmen die beiden Länder wieder reguläre diplomatische Beziehungen auf. Die Botschafter beider Staaten kehren in ihre jeweiligen Gesandtschaften zurück.

Das kündigte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Jair Lapid am Mittwoch an. „Der Ausbau der Beziehungen wird zur Vertiefung der Bindungen zwischen den beiden Völkern, zum Ausbau der wirtschaftlichen, handelspolitischen und kulturellen Beziehungen sowie zur Stärkung der regionalen Stabilität beitragen“, heißt es in einer Stellungnahme nach einem Gespräch zwischen Lapid und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte in der Hauptstadt Ankara: „Die erneute Bestellung von Botschaftern ist wichtig für die Verbesserung der bilateralen Beziehungen. Gleichzeitig werden wir uns weiterhin für die Rechte Palästinas, Jerusalems und des Gazastreifens einsetzen.“

Die Wiederherstellung voller diplomatischer Beziehungen sei die Fortsetzung eines Annäherungsprozesses innerhalb des vergangenen Jahres, hieß es von israelischer Seite. Dies habe mit einem Besuch des Präsidenten Izchak Herzog in Ankara begonnen und sich dann mit gegenseitigen Besuchen der Außenminister in Jerusalem und Ankara fortgesetzt. Mit Herzog war im Mai erstmals seit zehn Jahren wieder ein israelischer Präsident in die Türkei gereist.

Zwischen den einst engen Bündnispartnern Türkei und Israel war es 2010 zum Zerwürfnis gekommen, nachdem bei der Erstürmung eines Gaza-Solidaritätsschiffs durch die israelische Marine zehn türkische Staatsbürger getötet worden waren. 2016 kam es zu einer ersten Wiederannäherung. Seit der Gaza-Krise 2018 aber, die rund um die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem eskaliert ist, hatten die beiden Länder keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land.

(felt/Reuters)