Türkei-Syrien-Konflikt: Erdogan droht mit Zerquetschen von kurdischen Rebellenköpfen

Türkischer Präsident : Erdogan droht mit Zerquetschen von kurdischen Rebellenköpfen

Während Kanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat über den Konflikt in Syrien beraten haben, wählt der türkische Präsident martialische Worte in Richtung der kurdischen Kämpfer in Syrien.

Der türkische Präisdent Recep Tayyip Erdogan hat ein hartes Vorgehen gegen kurdische Kämpfer angekündigt, sollten sie nicht binnen Tagen aus Nordsyrien abziehen. Die Türkei werde die Köpfe der Rebellen zerquetschen, sollten sie das Gebiet nicht binnen der mit den USA vereinbarten 120-Stunden-Frist verlassen, sagte Erdogan am Samstag bei einer Veranstaltung in der Provinz Kayseri.

Erdogan erklärte zudem, er werde mit dem russichen Präsidenten Wladimir Putin über die Gebiete der von der Türkei geplanten "Sicherheitszone" in Nordsyrien sprechen, wo nun syrische Soldaten stationiert seien. Sollte es in den Gesprächen zu keiner Lösung kommen, werde die Türkei "ihre eigenen Pläne" durchsetzen.

Unterdessen haben Hunderte Menschen in der nordsyrischen Stadt Ras al-Ain Hilfsgüter vom Türkischen Roten Halbmond erhalten. 2000 Menschen seien Lebensmittel übergeben worden, meldete die Organisation am Samstag. Auf Videos waren Menschen in Schlangen zu sehen, außerdem türkische Soldaten und mit der Türkei verbündete syrische Kämpfer.

Vor zehn Tagen begann die Türkei mit ihrem Einmarsch in Nordsyrien. Sie hat dort eine Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz YPG gestartet, die Ankara als Terrorgruppe einstuft. Ziel der Invasion ist eine etwa 30 Kilometer breite Sicherheitszone an der Grenze zur Türkei.

Zuletzt hatten die USA eine 120-stündige Waffenruhe mit der Türkei ausgehandelt. An ihrem zweiten Tag hielt die Feuerpause weitgehend, auch wenn die Türkei ebenso wie die syrischen Kurden sich gegenseitig vorwarfen, dagegen verstoßen zu haben.

Die in Großbritannien sitzende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, mit der Türkei verbündete Kämpfer und die kurdischen Kräfte hätten sich an mehreren Orten Gefechte geliefert. Syrische Staatsmedien berichteten ebenfalls von Gefechten gegen türkische Verbündete. Regierungstruppen sind südlich der Stadt Ras al-Ain stationiert. Sie unterstützen die syrischen Kurden beim Versuch, den Einmarsch abzuwehren.

Derweil haben Angela Merkel und Wladimir Putin in einem Telefonat über die Konflikte in der Ukraine und in Syrien beraten. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Vorbereitungen für einen baldigen Ukraine-Gipfel, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Geplant ist ein Treffen im sogenannten Normandie-Format unter Beteiligung Deutschlands, Russlands, Frankreichs und der Ukraine. Weitere Gesprächsthemen waren laut Seibert die Lage in Syrien und Libyen sowie die laufenden Verhandlungen zur Fortführung des Gastransits durch die Ukraine.

(felt/dpa/Reuters/AFP)