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Türkei schickt Militär gegen kurdische Rebellen in den Nordirak

Militäroffensive : Türkei schickt Soldaten gegen kurdische Rebellen in den Nordirak

Die Türkei beginnt ihre – soweit bekannt erste – Luftlande- und Bodenoffensive im Irak. Das türkische Außenministerium hat am Mittwoch die Soldaten für einen Einsatz gegen kurdische Rebellen entsandt.

Die Offensive in der Region Haftanin im Nordirak, etwa 15 Kilometer von der Grenze entfernt, sei nach intensivem Beschuss des Gebiets mit Artillerie begonnen worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Der Bodeneinsatz werde von Kampfflugzeugen und -hubschraubern, Artillerie und bewaffneten sowie unbewaffneten Drohnen unterstützt. Es ist die erste bekannte Luftlande- und Bodenoffensive der Türkei auf irakischem Staatsgebiet.

Es habe jüngst mehr und mehr Angriffsversuche auf militärische Außenposten und Stützpunkte im Grenzgebiet gegeben, schrieb das Ministerium. Die Operation richte sich auch gegen andere „Terror-“Gruppen in der Region, teilte es mit, ohne diese zu nennen. Der Einsatz laufe wie geplant erfolgreich.

Die Türkei führt regelmäßig Luft- und Bodenangriffe gegen die kurdische Rebellenorganisation PKK aus, die nach türkischer Darstellung im Nordirak Stellungen hat.

Der Einsatz habe damit begonnen, dass Artillerieeinheiten etwa 150 mutmaßliche PKK-Stellungen angegriffen hätten, berichtete ein Militärbediensteter. Anschließend habe es Luftangriffe gegeben, bei denen F-16-Jets, Drohnen und Kampfhubschrauber eingesetzt worden seien. Manche Einheiten hätten die Grenze auf dem Boden überschritten und andere seien mit Hubschraubern befördert worden.

Wenige Tage zuvor hatte die Türkei in der Region eine Luftoffensive begonnen. Dabei wurden laut Verteidigungsministerium an mehreren Orten im Nordirak mutmaßliche PKK-Ziele getroffen und 81 Rebellen-Verstecke angegriffen. Betroffen war unter anderem Sindschar, wo sich nach türkischen Angaben neuerdings eine Basis von PKK-Kommandeuren befindet.

Von der PKK und aus Baghdad und der halbautonomen kurdischen Region im Nordirak kamen zunächst keine Reaktionen. Die irakische Regierung hatte allerdings am Dienstag den türkischen Botschafter einbestellt, um gegen die Luftoffensive zu protestieren.

Die PKK führt seit Jahrzehnten einen Aufstand im überwiegend kurdischen Südosten der Türkei. Sie wird von der Türkei und der Europäischen Union als terroristische Organisation eingestuft.

(anst/dpa)