Türkei-Referendum: So haben die Türken in Deutschland gewählt

Referendum in der Türkei: So haben die Türken in Deutschland gestimmt

Die in Deutschland lebenden Türken haben die geplanten Verfassungsänderungen des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit breiter Mehrheit unterstützt. In allen 13 Wahllokalen wurde überwiegend mit "Ja" gestimmt.

1,43 Millionen in Deutschland lebende Türken waren zum Referendum wahlberechtigt, knapp die Hälfte gab letztlich ihre Stimme ab. Die große Mehrheit derer, die in Deutschland in einem der 13 Konsulate wählten, stimmte zugunsten des geplanten Präsidialsystems, welches die Macht Recep Tayyip Erdogans ausbauen würde.

Rund 63 Prozent der bislang knapp 530.000 für gültig erklärten Stimmen gaben Erdogan ihr "Ja", berichtet die türkische Staatsagentur "Anadolu". In allen Wahllokalen erhielt Erdogan mehr als 50 Prozent der Stimmen, insbesondere im Westen des Landes erzielte der türkische Präsident starke Werte. Knapp war es hingegen in Berlin.

* Stand: 17. April, 11 Uhr

In Deutschland lebende Türken konnten zwischen dem 27. März und 9. April für oder gegen das angestrebte Präsidialsystem stimmen. Rund um das Referendum war es zu Streitigkeiten zwischen Deutschland und der Türkei um geplante Wahlkampf-Auftritte türkischer Politiker in deutschen Großstädten gekommen.

In einer ersten Reaktion lobe Erdogan die Wahlergebnisse der im Ausland lebenden Türken."Die Wähler im Ausland haben einen großen Anteil am Erfolg", so der Präsident. "Anadolu"-Umfrageergebnissen zur Folge stimmten rund 58 Prozent der weltweit im Ausland lebenden und zur Wahl gegangenen Türken für die Reformpläne.

Mit am deutlichsten fiel das Ergebnis in Österreich aus: Dort kam das Erdogan-Lager auf mehr als 73 Prozent. In der Schweiz hingegen kamen die Befürworter eines Präsidialsystems auf nur 38,6 Prozent.

Die Anadolu-Angaben sind nicht offiziell und können sich mit Fortgang der Auszählung ändern. Allerdings erklärte am Abend auch die Wahlkommission die Befürworter des Referendums zum Wahlsieger. Endgültige Zahlen könnten aber erst in elf bis zwölf Tagen bekanntgegeben werden.

(cbo, dpa)
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