Türkei: Mesale Tolu wird unter Auflagen aus der Haft entlassen

Deutsche Journalistin: Mesale Tolu wird unter Auflagen aus türkischer Haft entlassen

Seit mehr als sieben Monaten sitzt Mesale Tolu im türkischen Gefängnis. Nun wird die deutsche Journalistin aus der Untersuchungshaft entlassen. Ausreisen darf sie jedoch nicht.

Mesale Tolu und fünf weitere Inhaftierte werden aus der Untersuchungshaft in der Türkei entlassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Anwälte der deutschen Journalistin. Die deutsche Journalistin wird damit bis zu einem Urteil in dem Verfahren auf freien Fuß gesetzt. Allerdings erließ das Gericht in Istanbul für alle sechs Angeklagten eine Ausreisesperre, wie Beobachter aus dem Gericht übereinstimmend mitteilten. Tolu muss sich außerdem jeden Montag bei den Behörden melden. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Freilassung der deutschen Journalistin und der anderen Angeklagten gefordert.

Die meisten türkischen und deutschen Reporter waren bei dem zweiten Verhandlungstag in dem Verfahren zunächst ausgeschlossen worden. Als Grund gaben die Sicherheitskräfte im zentralen Gerichtsgebäude in Istanbul vor Verhandlungsbeginn am Montag an, der Saal sei voll. Größere Säle seien belegt. Als Beobachter im Verhandlungssaal nehmen die Linken-Politikerin Heike Hänsel, der deutsche Botschafter Martin Erdmann und der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff teil. Hänsel und Wallraff hatten vor Verhandlungsbeginn die Freilassung von Tolu aus der Untersuchungshaft gefordert.

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Zum Auftakt des Verfahrens gegen Mesale Tolu hatte das Gericht es am 11. Oktober abgelehnt, die Deutsche bis zu einem Urteil in dem Verfahren auf freien Fuß zu setzen. Tolu und 17 türkischen Angeklagten wird Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen. Dabei soll es sich um die linksextreme MLKP handeln. Tolu weist die Vorwürfe zurück.

(wer)
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