Türkei macht Gülen-Bewegung für Attentat auf Andrej Karlow verantwortlich

Getöteter russischer Botschafter : Türkei macht Gülen-Bewegung für Attentat verantwortlich

Die türkische Regierung macht nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu die Gülen-Bewegung für das tödliche Attentat auf den russischen Botschafter in Ankara verantwortlich.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu habe seinem US-Amtskollegen John Kerry mitgeteilt, "dass Fetö hinter diesem Anschlag steckt", meldete Anadolu am Dienstagabend unter Berufung auf diplomatische Kreise in Ankara.

Das wüssten sowohl die Türkei als auch Russland. Fetö ist die amtliche türkische Bezeichnung für die Bewegung des in den USA lebenden Predigers Fethullah Gülen, die in der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird.

Die Regierung hält Gülen für den Drahtzieher des Putschversuches in der Türkei Mitte Juli und fordert von den USA dessen Auslieferung.

Kerry irritiert

US-Außenminister John Kerry hat türkische Vorwürfe einer angeblichen amerikanischen Verwicklung in das jüngste Attentat auf den russischen Botschafter zurückgewiesen. Kerry sei beunruhigt über derartige Rhetorik aus der Türkei, sagte Außenamtssprecher John Kirby am Dienstag. Kirby bezeichnete die Anschuldigungen als lächerlich und falsch. Wichtig sei es, die Ermittler ihre Arbeit tun zu lassen und diese von Fakten und Beweisen leiten zu lassen, ehe man vorschnelle Schlüsse ziehe. Doch der Gedanke, dass die USA das Attentat in irgendeiner Weise unterstützt hätten oder indirekt darin verwickelt gewesen seien, sei "absolut lächerlich", bekräftigte Kirby.

Regierungsnahe Medien hatten danach berichtet, die Ermittler untersuchten mögliche Verbindungen des Mörders zur Gülen-Bewegung.

Seit dem Putschversuch sind in der Türkei nach offiziellen Angaben mehr als 40.000 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden, denen Gülen-Verbindungen vorgeworfen werden.

(dpa/csr)
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