1. Politik
  2. Ausland

Türkei: Gerhard Schröder vertritt Bundesregierung bei Erdogan-Vereidigung

Altkanzler in Ankara : Gerhard Schröder vertritt Bundesregierung bei Erdogan-Vereidigung

An der Vereidigung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan werden rund 10.000 Menschen teilnehmen, darunter mehr als 20 Präsidenten und andere Staatsoberhäupter. Deutscher Gast wird Altkanzler Schröder sein.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) nimmt an der Vereidigungsfeier des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Ankara teil. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Montag, Schröder sei zur pompösen Party in Ankara am Abend als „besonderer Freund“ des Präsidenten eingeladen worden.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes erklärte in Berlin, der ehemalige Kanzler werde „in Vertretung der Bundesregierung“ in Ankara sein. Die Vereidigung sei „ein protokollarischer Akt“, politische Gespräche seien nicht geplant.

Schröder und Erdogan kennen sich seit Langem. Einmal reiste Erdogan Medienberichten zufolge sogar zu einer Geburtstagparty von Schröder an. Der Altkanzler wiederum hat nach Angaben von Diplomaten bei Türkei-Besuchen im vergangenen Jahr bei der Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner geholfen. Die Affäre hatte die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei schwer belastet.

Insgesamt werden Anadolu zufolge rund 10.000 Menschen an der Feier im Präsidentenpalast teilnehmen, darunter mehr als 20 Präsidenten und andere Staatsoberhäupter. Der Kreml bestätigte die Teilnahme des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew an der Feier.

Die Zeremonie, die auch den Beginn des neuen Präsidialsystems markiert, folgt auf die Vereidigung von Erdogan im Parlament am Nachmittag. Nach der Vereidigung will Erdogan zunächst das Grab von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk besuchen. Danach geht es begleitet von Kavallerie-Eskorte und Militärband zur Party in den riesigen Präsidentenpalast, wo der alte und neue Präsident mit Salutschüssen begrüßt wird.

(das/dpa)