Türkei: Erdogan verklagt Oppositionsführer Kilicdaroglu

Nach Vorwürfen gegen Familie: Erdogan verklagt Oppositionsführer Kilicdaroglu

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu verklagt. Dieser hatte zuvor Vorwürfe erhoben, die Kinder des Staatschefs hätten Millionen Dollar in Steuerparadiese geschafft.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag berichtete, erstattete Erdogans Anwalt Ahmet Özel bei einem Gericht in Istanbul Anzeige und forderte 1,5 Millionen Lira (320.000 Euro) wegen "Verleumdung".

Der Vorsitzende der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) hatte am Dienstag bei einer Fraktionssitzung von Erdogan Auskunft verlangt, ob er sich bewusst sei, dass seine Söhne und andere Familienmitglieder "Millionen Dollar in Steuerparadiese schicken".

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Erdogans Anwalt Özel nannte die Vorwürfe "demütigend, beleidigend und falsch". Erdogan hat in den vergangenen Jahren tausende Landsleute wegen "Beleidigung" verklagt, doch wurden die wenigsten zu Haftstrafen verurteilt.

Erst im Oktober erstattete Erdogan Anzeige gegen den CHP-Sprecher Bülent Tezcan, weil dieser ihn einen "faschistischen Diktator" genannt hatte. Vergangenes Jahr war gegen Kilicdaroglu wegen ähnlicher Äußerungen ermittelt worden.

(ate/afp)