Trumps Ex-Wahlkampfmanager wegen Betrugs schuldig gesprochen

Prozess gegen Trumps Ex-Wahlkampfmanager : Paul Manafort wegen Betrugs schuldig gesprochen

Der Ex-Wahlkampfchef von Donald Trump ist wegen Steuer- und Bankenbetrugs schuldig gesprochen worden. Der US-Präsident nennt Paul Manafort nach der Entscheidung einen „guten Mann“, der ihm leid tue. Den Schuldspruch bezeichnete er als „Schande“.


Das Lager von US-Präsident Donald Trump musste am Dienstag zwei schwere Schlappen vor Gericht einstecken: Wegen Finanzbetrugs befanden die Geschworenen seinen ehemaligen Wahlkamfmanager Paul Manafort in acht Anklagepunkten für schuldig. In den zehn verbliebenen Anklagepunkten kam die Geschworenenjury nach viertägigen Beratungen zu keiner einstimmigen Entscheidung. Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen bekannte sich unterdessen in New York der illegalen Wahlkampffinanzierung, des Bankbetrugs und der Steuerhinterziehung schuldig. Wie groß der politische Schaden für den Präsidenten sein wird, war zunächst nicht abzusehen.

Trumps ehemaliger Wahlkampfchef Paul Manafort war in insgesamt 18 Anklagepunkten Finanzbetrug vorgeworfen worden. Auf ihn dürften nun Jahre im Gefängnis warten. .Der Prozess ist der erste im Zusammenhang mit der Russland-Untersuchung des Sonderermittlers Robert Mueller. Bei dem Fall ging es aber nicht um eine russische Einmischung in die US-Wahl 2016, sondern um Manaforts Arbeit als Berater in der Ukraine. Die Staatsanwaltschaft hat ihm vorgeworfen, von 2010 bis 2014 Einnahmen in Millionenhöhe aus einer Beratertätigkeit für pro-russische Politiker auf ausländischen Banken vor den Steuerbehörden verborgen zu haben.

Manaforts Verteidigung hatte argumentiert, nicht er, sondern sein langjähriger Geschäftspartner Rick Gates sei für die Steuervergehen verantwortlich. Gates war der Kronzeuge der Staatsanwaltschaft. Während das Urteil verlesen wurde, stand Manafort mit versteinerter Miene im Gerichtssaal. Später sagte Manaforts Anwalt Kevin Downing, sein Mandant sei „enttäuscht“ über das Urteil und werde nun seine weiteren Optionen abwägen.

In einer ersten Reaktion erklärten die führenden Demokraten in den Geheimdienstausschüssen des Senats und des Repräsentantenhauses, das Urteil gegen Manafort zeige, dass es sich bei Muellers Russland-Ermittlung nicht um eine „Hexenjagd“ handele. Dieses Wort nutzt Trump immer wieder, um die Untersuchung zu diskreditieren. In ihrer Stellungnahme bezogen sich die Demokraten auch auf den Fall von Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen.

US-Präsident Donald Trump äußerte nach dem Schuldspruch Sympathie für Manafort. Der Schuldspruch im Verfahren wegen Finanzbetrugs sei eine „Schande“, erklärte Trump. Er sei ein „guter Mann“, der für den früheren Präsidenten Ronald Reagan und andere Menschen gearbeitet habe, sagte Trump vor einem Auftritt in West Virginia. Der Präsident betonte, der Fall habe nichts mit ihm oder möglichen geheimen Absprachen mit Russland zu tun habe. Es sei „sehr traurig“, was Manafort nun widerfahre. Es gehe bei Manafort nicht um den eigentlichen Zweck der Mueller-Untersuchung. „Dies hat nichts mit Zusammenarbeit mit Russland zu tun. Die Hexenjagd geht weiter“, sagte Trump.

(juju/AFP/dpa)
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