Trump-Regierung stoppt Pläne für 20-Dollar-Note mit Harriet Tubman

Erster US-Geldschein mit schwarzer Frau kommt nicht : Trump-Regierung stoppt Pläne für 20-Dollar-Note mit Harriet Tubman

Eigentlich sollte die erste US-Banknote mit dem Porträt einer afroamerikanischen Frau 2020 in Umlauf kommen. Jetzt hat die Trump-Regierung die Herausgabe des 20-Dollar-Scheins mit dem Konterfei der Anti-Sklaverei-Aktivistin Harriet Tubman gestoppt.

Einen konkreten Grund dafür nannte Finanzminister Steven Mnuchin am Mittwoch nicht.

Der Plan für den neuen Geldschein mit Harriet Tubman, die von 1822 bis 1913 lebte, war noch unter Trumps Vorgänger Barack Obama bekanntgegeben worden. Trump kritisierte das Vorhaben im Wahlkampf als "reine politische Korrektheit". Er bewundert den Präsidenten Andrew Jackson, der von 1829 bis 1837 amtierte und seit 1928 auf dem 20-Dollar-Schein abgebildet ist.

Finanzminister Mnuchin erklärte zum Stopp des Tubman-Geldscheins nun nur allgemein, dass es bei den neuen Banknoten darum gehe, für einen effektiveren Schutz gegen Fälschungen zu sorgen. Die neue 20-Dollar-Note solle deshalb nicht vor dem Jahr 2028 herauskommen. Zu diesem Zeitpunkt wäre Trump längst nicht mehr im Amt - auch dann nicht, wenn er nächstes Jahr wiedergewählt werden sollte.

Für die Entscheidung über die Neugestaltung der Banknote hatte das Finanzministerium zur Amtszeit Obamas die Bürger befragen lassen. Millionen von Bürgern beteiligten sich.

Die für den Geldschein ausgewählte Tubman war selber der Sklaverei entkommen und setzte sich danach für die Abschaffung der Sklaverei ein. Als Aktivistin der legendären Organisation Underground Railroad gelang es ihr, zahlreiche Afroamerikaner aus den Sklavenhalterstaaten des Südens in den Norden der USA und damit in die Freiheit zu schleusen.

Der bislang auf dem Geldschein prangende und von Trump verehrte Jackson war hingegen selber Sklavenhalter. Als General leitete er den Angriff auf das sogenannte Negro Fort in Florida, eine Ansiedlung früherer Sklaven. Als Präsident war Jackson dann für die Zwangsumsiedlungen von Indianern aus ihren Heimatgebieten im Südosten der USA in Territorien westlich des Mississippi-Stroms verantwortlich. Dabei starben Tausende von Ureinwohnern an Hunger und Krankheit.

(felt/AFP)
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