Trump mit erneutem Rundumschlag gegen Medien

Kundgebung in Phoenix : Trump verteidigt Reaktion auf rechte Gewalt

US-Präsident Donald Trump nutzt eine Kundgebung für einen erneuten Rundumschlag gegen die Medien. Diese hätten seine Aussagen nach der Gewalt in Charlottesville falsch dargestellt.

US-Präsident Donald Trump hat seine umstrittenen Äußerungen nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Charlottesville verteidigt und die Medien für die darauffolgende Kritik verantwortlich gemacht. Die "sehr unehrlichen Medien" hätten seine Aussagen über die Zusammenstöße zwischen Rassisten und Gegendemonstranten, bei welchen eine Frau ums Leben kam, falsch dargestellt, sagte Trump bei einer Kundgebung vor Anhängern in Phoenix im US-Staat Arizona am Dienstagabend (Ortszeit). Er las dazu erneut seine drei Erklärungen vor und betonte, er habe Rassismus, Neonazis und Suprematisten in den USA verurteilt.

Was in Charlottesville passiert sei, habe die USA im Kern getroffen, sagte Trump. Die gesamte Zuschauerschaft im Phoenix Convention Center stehe gemeinsam für eine starke Verurteilung von Hass und Gewalt. Medien hätten seine Aussagen im Anschluss an den Vorfall nicht korrekt dargestellt. Seine Rede sei perfekt gewesen, so Trump. Er deutete direkt auf die anwesenden Kamerateams und Journalisten und erklärte, diese hätten seine Worte nicht alle, sondern nur Teile wiedergegeben. Trump hatte vonseiten der Republikaner und Demokraten massive Kritik erhalten, nachdem er sagte, die Gewalt in Charlottesville sei von beiden Seiten ausgegangen.

Bereits vor der Kundgebung im Wahlkampfstil war es in Phoenix zu kleineren Zusammenstößen zwischen Gegnern und Unterstützern des US-Präsidenten gekommen. Vor dem Veranstaltungsort kam es zu Wortgefechten zwischen beiden Seiten. Der Bürgermeister von Phoenix, Greg Stanton, hatte Trump im Vorfeld gebeten, die Kundgebung zu verschieben, um mehr Zeit nach den Vorfällen in Charlottesville verstreichen zu lassen. Kurzzeitig wurde Trumps Rede in der Halle von Zwischenrufen von Demonstranten unterbrochen.

In seiner Rede versprach Trump, eine Grenzmauer zu Mexiko zu bauen. Der US-Staat Arizona verfügt über eine direkte Grenze zu dem Nachbarland. Trumps Aussagen wurden in der Veranstaltungshalle mit "Baut die Mauer" unterstützt. Der US-Präsident drohte, einen sogenannten Shutdown der Regierung zu riskieren, sollte der Senat nicht die Finanzierung der versprochenen Mauer durchwinken.

Den entsprechenden Geldern war bereits vom US-Abgeordnetenhaus zugestimmt worden, allerdings in einem Maßnahmenpaket mit anderen populären Finanzierungsplänen wie beispielsweise mehr Geld für Veteranen. Trump warf den Demokraten vor, die Sicherheit des Land aufs Spiel zu setzen, wenn sie der Vorlage nicht zustimmten.

(seda)
Mehr von RP ONLINE