Kommentar zu den US-Wahlen: Trump hat noch immer gute Karten

Kommentar zu den US-Wahlen: Trump hat noch immer gute Karten

Das Votum war eine Abstimmung über Trump, daran haben weder er noch, laut Umfragen, zwei Drittel der Wähler den geringsten Zweifel gelassen. Und es legt keineswegs den Schluss nahe, dass dem Präsidenten nur noch zwei Jahre verbleiben.

Solange der Wirtschaftsmotor brummt, hat Donald Trump gute Karten. Wie schon 2016 bewies er einmal mehr die Fähigkeit, seine Basis zu mobilisieren, weiße, ältere, in aller Regel männliche Amerikaner in der Provinz, die sich von der Elite an den Küsten weder verstanden noch vertreten fühlen. Nur stieß sein Einfluss eben auch an Grenzen. In Rust-Belt-Staaten wie Michigan, Pennsylvania und Wisconsin – 2016 die drei Staaten, die überraschend für Trump stimmten und dessen Triumph damit erst möglich machten – haben demokratische Gouverneurskandidaten das Rennen für sich entschieden. Was die Demokraten mit Blick auf das nächste Präsidentschaftsduell auf eine Wende im „Rostgürtel“ hoffen lässt. Dann wären da noch die Frauen der Mittelschicht im urbanen Vorortmilieu, die den Staatschef für dessen verbale Dauerattacken unter die Gürtellinie bestraften. Aus Sicht der Opposition der hellste Lichtblick dieses Votums. Alles in allem: Die Bilanz ist gemischt. Trump hat einen Dämpfer erhalten. Eine Generalabrechnung war es nicht.

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