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EU-Kommission will schnelle politische Lösung: Tote bei Auseinandersetzungen im Jemen

EU-Kommission will schnelle politische Lösung : Tote bei Auseinandersetzungen im Jemen

Sanaa (RPO). In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa hat es am Dienstag am dritten Tag in Folge gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Staatschef Ali Abdallah Saleh gegeben. Bei den eskalierenden Ausschreitungen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen starben mindestens zwölf Menschen.

Die EU-Kommission forderte eine rasche politische Lösung für den seit acht Monaten andauernden Konflikt. Sicherheitskräfte und die Republikanische Garde hätten den Platz des Wandels in Sanaa "bombardiert" und zwei Demonstranten getötet, sagte ein Aktivist. Nach Angaben eines Arztes starben bei den Kämpfen zudem ein dritter Demonstrant sowie drei Soldaten des desertierten Generals Ali Mohsen el Ahmar.

Aus Kreisen des Islamistenchefs Abdelmadschid Sendani, der von Washington des Terrorismus' verdächtigt wird, verlautete zudem, dass ein Mensch getötet und zehn verletzt wurden, als eine Granate die Universität El Iman traf. Einem Arzt zufolge kam ein weiterer Mensch durch einen Granateneinschlag in der südwestlichen Stadt Taes ums Leben.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) berichtete, dass Mitarbeiter der Roten Halbmondes im Jemen angegriffen und bedroht worden seien. Auch gebe es gewaltsame Auseinandersetzungen in einem Krankenhaus in Sanaa. Es gebe "beunruhigende Berichte bewaffneter Konfrontationen" im El-Gomhori-Krankenhaus, erklärte die stellvertretende IKRK-Leiterin im Jemen, Valérie Petitpierre.

Eskalationen kosteten bereits 60 Menschenleben

Durch die Gewalteskalation in Sanaa kamen in den vergangenen Tagen insgesamt 60 Menschen ums Leben. Jemens Vize-Präsident Abdrabuh Mansur Hadi rief am Dienstag zu einer Waffenruhe auf, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Die diplomatischen Bemühungen der UNO und der Golfmonarchien für eine Lösung des Konflikts wurden durch die Gewalt erschwert. Ein Treffen der jemenitischen Opposition mit Vertretern der UNO und des Golfkooperationsrates wurde abgesagt.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mahnte angesichts der anhaltenden Gewalt eine schnelle politische Lösung des Konflikts zwischen Regierung und Opposition an. In der derzeitigen Lage müssten Provokationen und weitere Gewalt unbedingt vermieden, erklärte das Büro Ashtons in Brüssel. "Die jüngsten Ereignisse unterstreichen erneut das Erfordernis einer raschen politischen Lösung, um die Hoffnungen der jemenitischen Bevölkerung zu erfüllen. "

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer (FDP), verurteilte den jüngsten Gewaltausbruch "auf das Schärfste". Die Eskalation der vergangenen Tage zeige "auf tragische Weise, dass der Jemen nicht mehr länger auf einen politischen Neuanfang warten kann", erklärte Hoyer in Berlin und forderte die Bildung einer Übergangsregierung, vorzeitige Wahlen und eine Reform der Sicherheitskräfte.

(AFP/RTR)