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Oppositionsführerin "sehr geschwächt": Timoschenko will offenbar Hungerstreik beenden

Oppositionsführerin "sehr geschwächt" : Timoschenko will offenbar Hungerstreik beenden

Die inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko hat nach Angaben der Regierung eingewilligt, ihren Ende Oktober begonnenen Hungerstreik zu beenden.

Die stellvertretende Gesundheitsministerin Raissa Moissejenko sagte am Donnerstag beim Verlassen des Krankenhauses in Charkiw, in dem sich Timoschenko wegen eines Rückenleidens befindet, diese habe sich nach Gesprächen mit Ärzten der Berliner Charité zu dem Schritt entschlossen. Essen stehe bereits in ihrem Zimmer.

Die Oppositionsführerin werde von diesem Freitag an nach dann 18 Tagen wieder Nahrung zu sich nehmen, zitierten örtliche Medien am Donnerstagabend den Spezialisten Lutz Harms von der Berliner Charité.

Timoschenko "sehr geschwächt"

Ein Anwalt der früheren Regierungschefin Timoschenko, der Abgeordnete Sergi Wlassenko, wollte die Äußerungen nicht kommentieren. Er sagte lediglich, noch habe seine Mandantin kein Essen angerührt. Harms' Kollegin Annette Reischauer sagte demnach, Timoschenko sei "sehr geschwächt". Die Ärzte aus Berlin waren am Morgen eingetroffen und hatten Timoschenko untersucht.

Die Ärzte kündigten an, dass Timoschenko ihre Therapie fortsetzen werde. Die 51-Jährige hat unter anderem ein Bandscheibenleiden. Da sie den heimischen Spezialisten nicht traut, lässt sie sich von den Deutschen behandeln. Der Chefarzt der Charkower Klinik, Michail Afanassjew, sagte, Timoschenko habe sich erstmals Blut abnehmen lassen. Bislang hatte sie eine Probe verweigert.

Protest gegen Wahlfälschungen

Timoschenko hatte einen Tag nach der Parlamentswahl vom 28. Oktober aus Protest gegen "Wahlfälschungen" damit begonnen, die Nahrungsaufnahme zu verweigern. Die Wahl gewann die regierende Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch nach amtlichen Angaben mit deutlichem Vorsprung.

Sie war im Oktober 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde vom Westen als politisch motiviert kritisiert.

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(dpa/afp)