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Tichanowskaja droht Lukaschenko mit Streik in Belarus

Proteste in Belarus : Tichanowskaja droht Lukaschenko mit Streik

Drei Forderungen soll der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko erfüllen – sonst droht eine landesweite Niederlegung der Arbeit.

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat mit einem landesweiten Streik gedroht. Sollte Präsident Alexander Lukaschenko nicht bis zum 25. Oktober drei Forderungen erfüllen, werde am Tag darauf ein Streik aller Betriebe beginnen, Verkäufe in staatlichen Geschäften sollten einbrechen und der Verkehr blockiert werden, sagte sie am Dienstag in einer Stellungnahme. Die drei Forderungen darin: Lukaschenkos Rücktritt, die Freilassung von politischen Gefangenen und ein Stopp des harten Durchgreifens der Behörden gegen Demonstranten.

Die Forderungen seien an alle Behörden in Belarus gegangen, sagte Tichanowskajas Sprecherin Anna Krassulina. Tichanowskaja ging nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im August ins Exil nach Litauen. Bei der Wahl wurde der seit 26 Jahren regierende Lukaschenko offiziell wiedergewählt. Seither demonstrierten Zehntausende gegen Lukaschenko, oft gab es Zusammenstöße mit den hart gegen die Menge vorgehenden Sicherheitskräfte.

Krassulina sagte, im Exil lebende Mitglieder des oppositionellen Koordinierungsrats seien am Montag in Vilnius zusammengekommen. Sie hätten vereinbart, entschiedener im Kampf um einen Machtwechsel in Belarus vorzugehen.

Der Rat selbst teilte am Dienstag mit, das letzte in Belarus lebende, nicht inhaftierte Mitglied habe nun ebenfalls das Land verlassen – Sergej Dylewski sei nun in Polen. Er sei zur Aufgabe seines Jobs gezwungen worden und die Behörden hätten ihn unter Druck gesetzt, sagte er. Beamte des belarussischen Staatssicherheitskomitees KGB hätten seine Familie und ihn persönlich bedroht.

Der Koordinierungsrat rief die belarussischen Sicherheitskräfte auf, Befehle mit Gewalt gegen friedliche Protestierende zu ignorieren. „Gewalt löst keinerlei Probleme und ebnet einen direkten Weg zur Entfesselung eines Bürgerkriegs im Land“, hieß es.

(june/dpa)