Thomas-Cook-Pleite: Millionenschwere Unterstützung für türkische Firmen

Einheimische Unternehmen betroffen : Türkei legt nach Thomas-Cook-Pleite Millionenpaket auf

Mit dem Kreditpaket sollen betroffene einheimische Firmen unterstützt werden. 21.000 Briten, die in der Türkei Urlaub machen, sollen in kommenden Wochen nach Hause gebracht werden. Die Zahl der auf Hilfe angewiesenen Urlauber könnte weiter steigen.

Die Türkei hat nach der Thomas-Cook-Pleite ein millionenschweres Kreditpaket angekündigt, um die von der Insolvenz betroffenen einheimischen Firmen zu unterstützen. Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy sagte am Montag, dass das Kreditpaket 50 Millionen Euro umfassen werde. Die Küstenregionen um Antalya, Bodrum und Dalaman gehörten zu den Topzielen des britischen Reiseanbieters, der in der Nacht zu Montag Insolvenz anmelden musste.

Laut Ersoy befinden sich derzeit 21.000 britische Urlauber mit Thomas Cook in der Türkei. Sie sollen in den kommenden Wochen nach Hause gebracht werden. Sollten auch die deutschen Tochterfirmen von Thomas Cook in Insolvenz gehen, könnte sich die Zahl der auf Hilfe bei der Rückkehr angewiesenen Urlauber um weitere 20.000 erhöhen. Insgesamt sind demnach 80.000 Touristen mit den verschiedenen Tochterfirmen in der Türkei.

„Unsere Priorität ist es, dass die ausländischen Gäste hier ohne zu große Unannehmlichkeiten nach Hause zurückkehren können“, sagte Ersoy. Er warnte, türkischen Hotels drohten Strafen, sollten sie von britischen Thomas-Cook-Kunden zusätzliches Geld verlangen. Er verwies darauf, dass britische Pauschalurlauber durch die Air Travel Organiser's Licence (ATOL) abgesichert seien.

Ersoy äußerte sich zuversichtlich, dass andere Firmen die Lücke von Thomas Cook in der Türkei füllen würden, wo der Tourismus sich gerade erst von der Krise nach dem Putschversuch 2016 erholt hat. Weltweit sind derzeit rund 600.000 Menschen auf Reisen mit Thomas Cook, davon 150.000 Briten und 140.000 Deutsche. Die insolvente Muttergesellschaft stellte alle Flüge ein. Der Flugbetrieb der deutschen Tochter Condor läuft bisher weiter.

Die Regierung in Zypern versicherte unterdessen, sie stimme sich eng mit Großbritannien ab, um sicherzustellen, dass die britischen Thomas-Cook-Kunden auf der Insel möglichst reibungslos in ihre Heimat zurückkehren könnten. Vize-Tourismusminister Savvas Perdios sagte, es seien derzeit 15.000 Urlauber mit Thomas Cook in dem EU-Staat, davon 7500 Briten. Er warnte, der Tourismusindustrie drohe ein Verlust von 50 Millionen Euro.

„Dies ist ein schwerer Schlag für den Tourismus auf Zypern“, sagte Perdios. Kaum jemand rechne damit, dass ausstehende Rechnungen von Hotels und anderen Geschäftspartnern des Reiseanbieters in den Monaten Juli bis September noch beglichen würden. Demnach reisten bisher jährlich rund 250.000 Urlauber mit Thomas Cook nach Zypern und bescherten der Tourismusindustrie auf der Mittelmeerinsel Einnahmen von 187,5 Millionen Euro.

(anst/AFP)
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