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Teheran: Iran beharrt auf Recht zur industriellen Urananreicherung

Unabhängigkeit von Russland : Iran beharrt auf Recht zur industriellen Urananreicherung

Vor der neuen Verhandlungsrunde zum iranischen Atomprogramm hat Teheran seine Position zur Urananreicherung bekräftigt. Sein Land wolle bis in acht Jahren das Recht haben, jährlich rund 30 Tonnen angereichertes Uran zu produzieren, erklärte der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Irna.

Dies sei notwendig, um den Brennstoffbedarf des Atomreaktors in Buschehr zu decken. Im Jahr 2021 läuft eine Vereinbarung mit Russland zur Lieferung von Brennstäben für den Reaktor aus. Der Iran beharrt seit Jahren darauf, in industriellem Maßstab Uran anreichern zu dürfen, um selbst den Bedarf seiner Atomreaktoren decken zu können.

Salehi sagte dazu, der Iran produziere derzeit jährlich 2,5 Tonnen angereichertes Uran und wolle diese Menge mittelfristig auf 30 Tonnen erhöhen. Ihre Verhandlungspartner von der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland hielten jedoch bereits die aktuelle Menge für zu groß und forderten die Reduzierung der Zentrifugenzahl und der bestehenden Bestände angereicherten Urans, sagte Salehi.

Dem Iran und der 5+1-Gruppe ist es bisher nicht gelungen, sich auf ein dauerhaftes Abkommen zur Beilegung des jahrelangen Atomstreits zu einigen. Nachdem die ursprünglich gesetzte Frist vom 24. November nicht eingehalten werden konnte, setzten sich die Verhandlungspartner das Ziel, bis zum 1. Juli ein Abkommen abzuschließen. Dieses soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben, aber sicherstellen, dass er nicht in kurzer Zeit Atomwaffen entwickelt. Im Gegenzug für Zugeständnisse Teherans sollen die Sanktionen aufgehoben werden.

Diese Woche kommen die Verhandlungspartner in Genf zu einer neuen Gesprächsrunde zusammen. Am Mittwoch ist zunächst ein Treffen zwischen Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif und seinem US-Kollegen John Kerry geplant. Anschließend soll es bilaterale und multilaterale Gespräche zwischen dem Iran und den Ländern der 5+1-Gruppe geben. Hauptstreitpunkte bleiben die Urananreicherung sowie der Zeitplan für die Aufhebung der Finanz- und Handelssanktionen, die im Iran zu einer schweren Wirtschaftskrise geführt haben.

(AFP)