Tausende protestieren an der Grenze des Gazastreifens gegen Blockade

Nach Freitagsgebeten : Tausende protestieren an der Grenze des Gazastreifens gegen Blockade

Seit Ende März gibt es in Gaza fast jeden Freitag Proteste gegen Israel. Diesmal sind die Spannungen besonders scharf, denn die Demonstrationen fallen mit einem Protesttag von Schiiten gegen die israelische Herrschaft zusammen.

Tausende Palästinenser sind im Gazastreifen zum Zaun an der Grenze zu Israel gezogen. Nach den Freitagsgebeten strömten sie zu Zeltlagern wenige Hundert Meter von der Grenze entfernt. Angesichts der großen Teilnehmerzahl wuchsen die Befürchtungen vor einem neuen Blutvergießen. Das israelische Militär warnte vor Protesten. Im Iran und im Irak protestierten Tausende Schiiten gegen die Herrschaft Israels über Jerusalem.

Tränengaseinsatz

Seit Ende März gibt es nahezu jeden Freitag Proteste am Grenzzaun in Gaza. Auch diesmal zogen kleinere Gruppen von den Zeltlagern aus zur Grenze. Einige zündeten Reifen an, deren Qualm vielen die Sicht nahm. Augenzeugen berichteten, sie hätten Schüsse gehört. Israelische Soldaten hätten auch Tränengas eingesetzt. Seit Beginn der Proteste sind bislang mehr als 115 Palästinenser getötet und knapp 3800 verletzt worden.

Die von der radikalislamischen Hamas angeführten Proteste gehen auf Verzweiflung wegen der seit zehn Jahren andauernden Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten zurück. Diese war nach der Machtübernahme der Hamas in Gaza verhängt worden. Die Demonstranten fordern auch ein „Recht auf Rückkehr“ in Häuser von Vorfahren im heutigen Israel. Hamas-Führer haben gedroht, die Grenze bei Massendemonstrationen zu durchbrechen.

Israel wirft der Hamas vor, die Proteste als Vorwand für Angriffe zu nutzen. Am Freitagmorgen warfen israelische Drohnen entzündliches Material auf Reifenhaufen ab, um sie für die Proteste unbrauchbar zu machen, wie Organisatoren der Proteste sagten. Feuerwehrleute standen bereit, um Brände zu löschen, die von Drachen entfacht werden, die Palästinenser brennend über die Grenze fliegen lassen, um israelische Felder anzuzünden.

Am Freitag fielen die Proteste in Gaza mit dem Al-Kuds-Tag zusammen, der im Iran nach der Islamischen Revolution von 1979 eingeführt worden war. Er fällt auf den letzen Freitag im muslimischen Fastenmonat Ramadan und soll die Bedeutung Jerusalems (arabisch Al-Kuds) für die Muslime zeigen, wo ihr Prophet Mohammed der Überlieferung nach in den Himmel aufgestiegen sein soll.

Donald-Trump-Puppen angezündet

Im Iran und im Irak demonstrierten Tausende ihre Unterstützung für die Palästinenser und wünschten Israel den Tod. Einige zündeten israelische Flaggen an und verbrannten Puppen, die US-Präsident Donald Trump darstellen sollten.

(eler/dpa)
Mehr von RP ONLINE