Trauer in den USA Tausende nehmen Abschied von Ted Kennedy

Boston (RPO). Die USA trauern um Edward Kennedy: Tausende haben dem verstorbenen US-Senator bereits die letzte Ehre erwiesen. Immer noch stehen die Menschen Schlange, um sich von einem größten amerikanischen Politiker der letzten Jahrzehnte zu verabschieden. Am Samstag wird Präsident Barack Obama die Grabrede halten.

Trauer um Ted Kennedy
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Die John F. Kennedy Presidential Library, in der der Sarg aufgebahrt ist, öffnete am Freitag früher als geplant ihre Türen, nachdem sich dort schon eine lange Warteschlange von hunderten Menschen gebildet hatte. Den zweiten Tag in Folge wurden Gruppen von je 35 bis 40 Personen eingelassen, um Abschied von Kennedy zu nehmen.

Der Verstorbene sollte noch bis 15.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr MESZ) in der Presidential Library aufgebahrt sein. Eine militärische Abordnung und Familienmitglieder hielten dort die Totenwache. Am Abend war ein Gottesdienst im engsten Familien- und Freundeskreis geplant.

Dazu wurde unter anderem Kennedys Nichte Caroline erwartet, die Tochter von Expräsident John F. Kennedy. Während des Gottesdienstes sollte das Lieblingslied des Verstorbenen, "The Impossible Dream", vorgetragen werden. Es waren Reden unter anderem von Vizepräsident Joe Biden und Senator John McCain geplant.

Zu den Besuchern am Freitag gehörte der Bürgerrechtler Jesse Jackson, der erklärte, Kennedy habe mit seinem Einsatz für Minderheiten, Arme und Behinderte Amerika verändert. Am Donnerstagabend hatten bereits mehr als 21.000 Menschen, die bis zu zweieinhalbstündige Wartezeiten auf sich nahmen, Abschied von Kennedy genommen. Die Presidential Library blieb wegen des Besucheransturms drei Stunden länger geöffnet als geplant.

Leichnam von Hyannis Port nach Boston übergeführt

Kennedys Sarg war zuvor von Hyannis Port, wo sich die Familie zu einer privaten Totenmesse versammelt hatte, nach Boston übergeführt worden. Auf der 120 Kilometer langen Strecke passierte die Autokolonne mit dem Leichenwagen etliche Stationen, die im Leben Edward Kennedys eine wichtige Rolle spielten.

Am Samstag wird dann US-Präsident Barack Obama die Grabrede bei dem offiziellen Trauergottesdienst für Kennedy in der Mission Church in Boston halten. Zu dem Gottesdienst werden auch die früheren Präsidenten Jimmy Carter, Bill Clinton und George W. Bush erwartet. George Bush senior sagte seine Teilnahme ab, wie sein Sprecher am Freitag mitteilte. Er sei der Auffassung, dass sein Sohn die Familie angemessen vertreten werde.

Nach dem Trauergottesdienst soll Kennedy auf dem Nationalfriedhof Arlington in Washington beigesetzt werden. Dort liegen auch seine beiden ermordeten Brüder, der frühere Präsident John F. und der ehemalige Justizminister Robert F. Kennedy. Edward Kennedy erlag am Dienstag im Alter von 77 Jahren einem Krebsleiden.

(AP)
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