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Taliban: Friedensabkommen mit den USA vor dem Kollaps

„Atmosphäre des Misstrauens“ : Friedensabkommen der Taliban mit den USA vor dem Kollaps

Ein US-Abkommen mit den Taliban sollte den Weg für einen dauerhaften Frieden in dem Bürgerkriegsland ebnen. Nun steht es nach Angaben der Regierung in Washington vor dem Aus. Die Taliban beschuldigen die USA, die Abmachungen nicht einzuhalten.

In Afghanistan steht das Friedensabkommen der Taliban mit den USA nach Angaben der Aufständischen vor dem Kollaps. In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung warfen sie Washington Verstöße wie Drohnenangriffe auf Zivilisten vor und beschuldigten die Regierung in Kabul, die vereinbarte Freilassung von 5000 Taliban-Gefangenen zu verzögern. Das US-Militär wies die Anschuldigungen als „haltlos“ zurück.

Die Taliban betonten, sie selbst würden maximal noch afghanische Sicherheitskräfte an Außenposten auf dem Land angreifen, aber keine ausländischen Soldaten mehr und auch keine Regierungskräfte in Städten und militärischen Einrichtungen. All das sei nicht ausdrücklich in dem im Februar mit den USA unterzeichneten Abkommen vereinbart worden.

Sollten aber Verstöße der anderen Seite anhalten, würde „das zu einer Atmosphäre des Misstrauens führen, die nicht nur die Vereinbarungen beschädigt, sondern die Mudschaheddin zu einer ähnlichen Antwort zwingen und zur Erhöhung der Kampfhandlungen“.

US-Militärsprecher Sonny Leggett schrieb auf Twitter, die US-Truppen in Afghanistan hielten sich an ihre Verpflichtungen aus der Vereinbarung mit den Taliban. „Jede anderweitige Behauptung ist haltlos.“ Er rief die Taliban zu einer Reduzierung der Gewalt auf.

Die innenpolitische Situation in Afghanistan wird von einem Machtkampf zwischen Präsident Aschraf Ghani und seinem Rivalen Abdullah Abdullah verkompliziert. Beide haben sich als Präsidenten vereidigen lassen. USA und Nato haben bereits mit dem Abzug von Personal begonnen. Der Rückzug soll in 14 Monaten abgeschlossen werden, wenn sich die Taliban an ihre Zusagen halten.

(ala/dpa)