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Entführungsdrama in Afghanistan: Taliban fordern Gefangenenaustausch

Entführungsdrama in Afghanistan : Taliban fordern Gefangenenaustausch

Ghasni (RPO). Nach der Freilassung von zwei der 21 südkoreanischen Geiseln in Afghanistan beharren die radikal-islamischen Taliban auf einem Gefangenenaustausch. Auf diese Weise wollen sie inhaftierte Taliban-Kämpfer freipressen. Der Gouverneur der Provinz Ghasni, Maradschudin Pathan, schloss dies erneut aus.

Am Montagmittag hatten die Taliban erstmals zwei Geiseln freigelassen. Die beiden 32 und 37 Jahre alten Südkoreanerinnen wurden nahe der Stadt Ghasni dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) übergeben und in einen Stützpunkt der US-Streitkräfte gebracht. Ein Taliban-Sprecher sagte, über das Schicksal der verbliebenen Geiseln werde nach dem Ende der Verhandlungen mit Südkorea entschieden.

Ein Sprecher der radikalislamischen Organisation, Kari Jussef Ahmadi, sagte, sie seien "um der guten Beziehungen des koreanischen Volks und der Taliban willen" freigelassen worden. Diese erwarteten nun, dass Korea Druck auf die Regierungen in Kabul und Washington mache, damit es zu dem geforderten Austausch mit inhaftierten Rebellen komme.

Gouverneur Pathan lehnte die Forderungen der Taliban erneut ab: "Unsere Haltung ist unverändert." Es würden keine Aufständischen freigelassen. Die Taliban wollen 21 Gesinnungsgenossen freipressen, die in afghanischen Gefängnissen und im US-Stützpunkt in Bagram einsitzen.

Taliban-Sprecher Ahmadi bekräftigte aber, dass den verbliebenen 19 Geiseln - 14 Frauen und 5 Männern - nichts geschehen werde, solange die am Freitag begonnenen Verhandlungen mit den südkoreanischen Unterhändlern andauerten. Die Extremisten haben bereits zwei männliche Geiseln erschossen.

Die Regierung in Seoul bestätigte am Montag die Freilassung der beiden Frauen. Die beiden Frauen, die nach Angaben ihrer Entführer krank sind, brachen in Tränen aus, als sie die Mitarbeiter des Roten Kreuzes sahen. Ein afghanischer Stammesführer fuhr sie zu dem von den Taliban bestimmten Übergabepunkt. Die beiden Frauen waren bei der Übergabe in Kopftücher gehüllt und trugen Taschen bei sich. Sie wurden in den US-Stützpunkt in der Stadt Ghasni gefahren.

Außenamtssprecher Cho Hee Yong forderte die Freilassung auch der anderen Südkoreaner. Die ursprünglich 23 Christen wurden am 19. Juli während einer Busfahrt von Kabul nach Kandahar in der Provinz Ghasni überfallen und verschleppt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tränenreiche Freilassung

(ap)