Demonstrationen in der Hauptstadt Damaskus: Syrische Armee erschießt Demonstranten

Demonstrationen in der Hauptstadt Damaskus : Syrische Armee erschießt Demonstranten

Trotz wachsender Kritik der internationalen Staatengemeinschaft gehen die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad mit unverminderter Härte gegen Regierungskritiker vor. Bei einer der größten Demonstrationen in der Hauptstadt Damaskus seit Beginn des Aufstands vor knapp einem Jahr erschossen Soldaten mindestens drei Oppositionsanhänger, wie Menschenrechtsaktivisten in der Nacht auf Samstag erklärten.

In dem Stadtteil Mezze seien nach den Freitagsgebeten Tausende Menschen auf die Straßen gezogen und hätten den Rücktritt Assads gefordert. Daraufhin hätten die Truppen das Feuer auf die Demonstranten eröffnet. Die Zahl der Verletzten sei unklar.

Auch in zahlreichen anderen Städten kam es nach Angaben der Opposition wieder zu Großkundgebungen, darunter auch in der nördlich gelegenen Handelsstadt Aleppo.

Zugleich beschossen syrische Sicherheitskräfte erneut die Oppositionshochburg Homs und die Geburtsstätte der Revolte, Deraa. Homs liegt seit zwei Wochen unter schwerem Feuer. In Idlib an der Grenze zur Türkei hätten Panzer die Stadt umstellt, berichteten zwei Anwohner der Nachrichtenagentur Reuters. Bewohner befürchteten einen unmittelbar bevorstehenden Angriff. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich, weil Syrien ausländischen Journalisten eine freie Berichterstattung verweigert.

China versicherte Assad unterdessen mit dem Besuch des Vize-Außenministers erneut seine Unterstützung. Die Volksrepublik hatte auch in der UN-Vollversammlung gegen einen Rücktritt des autokratischen Staatschefs gestimmt.

Der Diplomat Zhai Jun sollte am Samstag Assad treffen, aber auch mit Vertretern der Opposition zusammenkommen. Im UN-Sicherheitsrat hatte China zusammen mit Russland ebenfalls eine UN-Resolution gegen Assad verhindert.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Danny Dayem - ein Blogger berichtet aus Syrien

(REU)
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