Syrien: Usa prüfen Hinweise auf Einsatz von Chemiewaffen

Krieg in Syrien : US-Außenministerium prüft Hinweise auf Chemiewaffeneinsatz

Der USA liegen offenbar Hinweise zu einem weiteren Giftgaseinsatz in Syrien vor. Das Außenministerium hat Präsident Al-Assad vor Konsequenzen gewarnt. Die UN wiesen bereits Dutzende Chemiewaffen-Angriffe in dem Land nach.

Das US-Außenministerium prüft Hinweise auf einen möglichen Chemiewaffeneinsatz der syrischen Führung vor wenigen Tagen. Das Ministerium teilte am Abend mit, es gebe Anzeichen, dass die Kräfte des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad bei einer Attacke am vergangenen Sonntag Chemiewaffen eingesetzt hätten.

In der Erklärung des Ministeriums ist die Rede von einer "mutmaßlichen Chlorgas-Attacke im Nordwesten Syriens am Morgen des 19. Mai." Demnach könnten die Chemiekampfstoffe während der Offensive in der von Dschihadisten kontrollierten Region Idlib zum Einsatz gekommen sein.

„Wir sammeln noch Informationen zu diesem Vorfall, aber wir wiederholen unsere Warnung, dass die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten schnell und in angemessener Weise reagieren werden, falls das Assad-Regime Chemiewaffen benutzt“, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Morgan Ortagus.

US-Präsident Donald Trump und seine Regierung hatten Assad in der Vergangenheit bereits mehrfach für den Fall eines Einsatzes von Chemiewaffen mit schwerwiegenden Konsequenzen gedroht.

Russisches Militär beschuldigt Milizen

Das russische Militär hat Milizen in Nordwestsyrien unterdessen eines Angriff auf die syrische Regierung beschuldigt. Gefangene Milizionäre, die mit der Terrormiliz Al-Kaida verbunden seien, hätten von dem Plan berichtet, Chemiewaffenangriffe zu fingieren und die syrische Regierung dafür verantwortlich zu machen, sagte der russische Generalmajor Viktor Kuptschischin. Die USA dagegen sprechen von einer gezielten Desinformationskampagne Russlands und Syriens und dem Versuch, einen möglichen Giftgasangriff der syrischen Regierung zu verschleiern.

Das US-Außenministerium warf der syrischen Führung und deren Verbündetem Russland zugleich vor, andere Gruppen fälschlicherweise des Einsatzes von Chemiewaffen zu bezichtigen.

Im Syrien-Konflikt wurde schon mehrfach Giftgas eingesetzt. Für einen Angriff mit dem Giftgas Sarin auf das Dorf Chan Scheichun im April 2017 mit mehr als 80 Toten hatte die UNO die Regierungstruppen verantwortlich gemacht. Auch für einen Chemiewaffenangriff in der früheren Rebellenbastion Ost-Ghuta im April diesen Jahres, bei dem mehr als 40 Menschen getötet wurden, machten westliche Staaten die Regierung verantwortlich. Die USA, Frankreich und Großbritannien flogen daraufhin Vergeltungsangriffe auf Chemiewaffenanlagen in Syrien. Syrien und Russland wiesen solche Vorwürfe stets zurück.Damaskus gibt an, seit einem Abkommen von 2013 über keine Chemiewaffen mehr zu verfügen.

Anfang vergangenen Jahres hatte ein Bericht des UN-Hochkommissars für Menschenrechte 34 Giftgasangriffe im Syrien-Krieg aufgelistet, die eindeutig nachweisbar seien. Auch die UN-Institution machte die Assad-Regierung für den Großteil der Angriffe verantwortlich. Assads Führung weist solche Vorwürfe regelmäßig zurück.

(juju/dpa/afp/AP)
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