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Syrien: Mehr als 40 Tote bei Anschlag mit Tankwagen auf Markt in Afrin

Syrien : Mehr als 40 Tote bei Anschlag mit Tankwagen auf Markt

In Syrien kehrt keine Ruhe ein: Im Norden des Landes ist es laut Menschenrechtlern zu einem Anschlag mit einem Tanklastwagen gekommen. Dabei sollen fast 100 Menschen gestorben sein.

Bei der Explosion eines Tanklasters in der nordsyrischen Stadt Afrin sind nach Angaben von Beobachtern mindestens 46 Menschen getötet und etwa 50 weitere verletzt worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte befürchtete am Dienstagabend, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte. Nach Angaben von Aktivisten war der Lastwagen an einem Markt in der Stadt explodiert.

Das türkische Verteidigungsministerium sprach auf Twitter zunächst von 40 Toten, darunter elf Kindern, und 47 Verletzten. Das Ministerium machte die Kurdenmiliz YPG und die verbotene Arbeiterpartei PKK für den Anschlag verantwortlich.

Die von Kurden geprägte Region um Afrin liegt direkt an der Grenze zur Türkei. Türkische Truppen und verbündete syrische Rebellen hatten dort im Frühjahr 2018 eine Offensive begonnen und das Gebiet eingenommen. Ein wissenschaftliches Gutachten des Bundestages kam zu dem Schluss, dass die dortige türkische Präsenz völkerrechtlich die Kriterien einer Militärbesatzung erfülle.

In der Vergangenheit hatte es mehrfach Anschläge in Afrin gegeben. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bekämpft sie deswegen. Die Miliz ist zugleich in Syrien wichtigster Partner der USA und ihrer Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

(felt/AFP)