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Syrien-Konflikt kostet laut Studie Leben und Milliarden Dollar

Studie zu wirtschaftlichen Folgen : Syrien-Konflikt kostet Leben und Milliarden Dollar

Der seit vier Jahren andauernde Syrien-Konflikt hat bislang wirtschaftliche Verluste von 202,6 Milliarden US-Dollar (Tageskurs 181,1 Milliarden Euro) verursacht. Diese Zahl nannte das Syrische Zentrum für Politikforschung in Damaskus in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Demnach wurden 2,96 Millionen Syrer durch den Konflikt arbeitslos. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im vergangenen Jahr um 9,9 Prozent und büßte 46,1 Milliarden Dollar ein.

Auch die Zusammensetzung des Bruttoinlandsprodukts veränderte sich laut dem Bericht "Entfremdung und Gewalt - Folgen der Syrien-Krise" dramatisch. Öffentliche Investitionen gingen 2014 um 17 Prozent zurück. Öffentliche und private Investitionen zusammen machten demnach 10,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus und lagen damit unter der Abschreibung.

Der Staatsverbrauch, also staatliche Verwaltungs- und Sachleistungen einschließlich der Gehälter für den öffentlichen Dienst, nimmt demgegenüber einen immer breiteren Anteil am Bruttoinlandsprodukt ein: Von 17,6 Prozent im Jahr 2010 stieg er auf zuletzt 28,1 Prozent. Somit ist der öffentliche Dienst inzwischen die größte Einkommensquelle für Beschäftigte. Dabei ging auch der Staatsverbrauch an sich 2014 um 9 Prozent zurück.

Der private Konsum in Syrien schrumpfte gegenüber 2010 um 41,7 Prozent, allein um 11 Prozent im vergangenen Jahr. Zugleich stiegen nach der Kürzung staatlicher Subventionen für Grundnahrungsmittel die Verbraucherpreise im dritten Quartal 2014 um 10,3 Prozent und um weitere 22 Prozent im vierten Quartal. 64,7 Prozent der Bevölkerung leben dem Forschungszentrum zufolge mittlerweile in extremer Armut.
Sie seien nicht mehr imstande, ausreichend Nahrungsmittel zu kaufen.

(KNA)