Syrien: Frankreich spricht mit USA und Großbritannien über "gemeinsame Reaktion"

Mutmaßlicher Giftgas-Einsatz: Macron spricht mit Trump und May über "gemeinsame Reaktion"

Nach der vermuteten Giftgasattacke in der Rebellenbastion Duma erwägt Frankreich offenbar Angriffe auf "chemische Kapazitäten" des syrischen Regimes. Er tausche sich darüber mit Partnern aus, vor allem mit den USA und mit Großbritannien, sagte Präsident Macron.

Frankreich will binnen Tagen mit den USA und Großbritannien über eine Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien entscheiden. Dies erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron am Dienstag. Er sei für eine "starke und gemeinsame Reaktion", sagte er und bekräftigte, der Einsatz von Chemiewaffen in Syrien sei für Frankreich eine "rote Linie". Jegliche Aktion würde Chemiewaffenvorräte ins Visier nehmen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag eine rasche Entscheidung über eine Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz angekündigt. Russland oder jegliches anderes Land, das eine Mitverantwortung trage, werde "einen Preis zahlen". Einer Hilfsorganisation zufolge kamen dabei in einem Rebellengebiet 60 Menschen ums Leben. Während der Westen Russland und Syrien für den mutmaßlichen Angriff verantwortlich machen, bestreitet Russland, dass es überhaupt einen Giftgasangriff auf die Stadt Duma gab.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten im Land wurden schon in der Nacht in volle Alarmbereitschaft versetzt. Die USA drangen aber zugleich auf eine Resolution im UN-Sicherheitsrat. Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) kündigte an, in Kürze Experten in die syrische Stadt Duma zu schicken, um einen möglichen Angriff mit Chemiewaffen zu untersuchen.

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Trump und die britische Premierministerin Theresa May tauschten sich telefonisch über die Lage in Syrien aus. Wie das Weiße Haus mitteilte, verurteilten die beiden die "grausame Missachtung von Menschenleben" durch den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Der US-Präsident und die britische Premierministerin hätten darin übereingestimmt, dass sie den weiteren Gebrauch von Chemiewaffen nicht zulassen wollten. May ließ mitteilen, sie, Trump und Macron seien entschlossen, die Verantwortlichen für den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien zur Rechenschaft zu ziehen. Der berichtete Angriff sei "absolut verwerflich".

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Unterhaus warnte, ein US-Angriff auf Syrien könnte eine direkte militärische Konfrontation zwischen Russland und den USA auslösen. Ein Angriff könnte russische Soldaten in Syrien Treffen und eine russische Vergeltung zur Folge haben, sagte Wladimir Schamanow. Russland habe "die nötigen Mittel dafür, und die Amerikaner und ihre Verbündeten wissen das ziemlich genau." Ein russischer Vergeltungsschlag könnte US-Kriegsschiffe und Flugzeuge ins Visier nehmen, sagte er. Der Einsatz von Atomwaffen sei "unwahrscheinlich", sagte er.

(wer)
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