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Syrien: Erste Hilfsgüter erreichen Homs trotz brüchiger Waffenruhe

Bürgerkrieg in Syrien : Erste Hilfsgüter erreichen Homs trotz brüchiger Waffenruhe

Die in Genf ausgehandelte Waffenruhe in der belagerten syrischen Stadt Homs ist brüchig. Zwei Lastwagen mit Hilfsgütern kommen unter Beschuss. Dennoch erreichen erste Lieferungen die notleidende Bevölkerung.

Die bedürftigen Bewohner der syrischen Stadt Homs haben trotz der brüchigen Waffenruhe ihre ersten Hilfslieferungen bekommen. Am Samstag gerieten die zwei mit Lebensmitteln und Medizin beladene Lastwagen in den von Rebellen gehaltenen Bezirken unter Beschuss, wie der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barrasi, dem libanesischen TV-Sender Al-Majadeen sagte. Demnach gingen zwei am Straßenrand versteckte Sprengsätze hoch, kurz darauf sei eine Mörsergranate niedergegangen.

Nach Angaben des Staatsfernsehens wurden dabei vier Mitarbeiter des Syrischen Arabischen Roten Halbmonds verletzt. Für den Angriff machte es die Rebellen verantwortlich. Die Hilfsorganisation sprach jedoch nur von einem verletzten Helfer. Der örtliche Aktivist Ahmad al-Ksair schrieb Regierungstruppen den Mörserangriff zu.

Zuvor hatten die Lastwagen notleidenden Bewohnern des Bezirks Hamidijeh 250 Pakete mit Lebensmitteln und 190 mit Reinigungsmitteln sowie Medizin bringen können, wie der Syrische Halbmond mitteilte. Der Sender al-Majadeen bestätigte die Angaben.

UN enttäuscht über Bruch der Waffenruhe

Über ein Jahr lang belagern Truppen von Präsident Baschar al-Assad die von den Rebellen gehaltenen Gebiete von Homs und ließen bis vor kurzem keine Hilfslieferungen durch. Das verschärfte die humanitäre Lage der dort eingeschlossenen Zivilisten. Auch die Rettung von Bewohnern aus der belagerten Altstadt von Homs soll weitergehen. Rund einhundert Menschen wurden außerhalb der Frontlinien erwartet, doch bis Samstagabend waren sie immer noch nicht angekommen, wie Gouverneur Barrasi erklärte.

Die UN hatten am Freitag in einem ersten Schritt 83 Kinder, Frauen und ältere Menschen in Rollstühlen in Sicherheit bringen lassen. Die Hilfsvereinbarung für Homs war das bisher einzige greifbare Ergebnis nach der ersten Runde der Syrien-Friedensgesprächen in Genf. Sie sollen am Montag fortgesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund zeigte sich UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos enttäuscht über den jüngsten Bruch der Waffenruhe in Homs. Der Beschuss mit Hilfsgütern beladener Lastwagen sei "eine krasse Erinnerung an die Gefahren, denen Zivilisten und Hilfskräfte tagtäglich in Syrien ausgesetzt" seien, sagte sie am Samstagabend.
Sämtliche Konfliktparteien seien aufgerufen, die humanitäre Pause zu achten, den Schutz von Zivilisten zu gewährleisten und die sichere Lieferung von Hilfsgütern zu ermöglichen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2012: Die Provinz Homs liegt in Trümmern

(ap)