Syrien: Aktivisten melden 19 Todesopfer bei Luftangriffen auf Ost-Ghuta

Tausende Zivilisten fliehen: Aktivisten melden 19 Todesopfer bei Luftangriffen auf Ost-Ghuta

Bei Luftangriffen auf die syrische Rebellenenklave Ost-Ghuta sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 19 Zivilisten getötet worden. Allein in dem Ort Samalka starben bei einem Bombenangriff am Donnerstag 16 Bewohner.

Das teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Drei weitere Zivilisten kamen demnach bei einem Luftangriff auf den Ort Arbin ums Leben.

Ost-Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus erlebt seit Wochen die schlimmste Angriffswelle seit Beginn des Bürgerkriegs vor rund sieben Jahren. Regierungstruppen konnten mittlerweile mehr als 80 Prozent des bisherigen Rebellengebietes einnehmen.

Die Beobachtungsstelle machte die syrische Armee und ihre russischen Verbündeten für die Angriffe verantwortlich. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von einem Netz von Aktivisten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite in dem Bürgerkrieg kaum zu überprüfen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen beklagte derweil die mangelnde medizinische Versorgung in Ost-Ghuta. Habe die Organisation vor einer Woche noch 20 Einrichtungen unterstützen können, sei es jetzt nur noch eine, erklärte Ärzte ohne Grenzen. Da die Frontlinien sich verschoben hätten und die syrische Regierung weite Gebiete eingenommen habe, seien zahlreiche Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen evakuiert worden, das medizinische Personal sei geflohen.

Tausende Zivilisten verließen nach Angaben von Aktivisten Ost-Ghuta.
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete am Donnerstag, seit dem Morgen seien bis zu 1000 Menschen aus der Stadt Duma in Gebiete unter Kontrolle der syrischen Regierung gebracht worden.

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UN schätzt Zahl der Vertriebenen auf 50.000

Damit hätten in den vergangenen 24 Stunden mehr als 4000 Zivilisten Duma verlassen. Bereits in den vergangenen Tagen hatten Zehntausende Ost-Ghuta verlassen. Die UN schätzen die Zahl der Vertriebenen auf mehr als 50.000.

Die Aufnahmezentren am Stadtrand von Damaskus seien überfüllt und schlecht ausgestattet, erklärte die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC). Einige Menschen müssten unter freiem Himmel schlafen. Manche der Vertriebenen hätten seit Tagen nichts gegessen. In Ost-Ghuta waren vor Beginn der Regierungsoffensive Mitte Februar rund 400.000 Menschen eingeschlossen.

Berichten syrischer Medien zufolge sollen im Laufe des Tages zudem rund 1500 Kämpfer der islamistischen Miliz Ahrar al-Scham mit ihren Familien aus der Stadt Harasta in andere Rebellengebiete des Landes abziehen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, dafür seien Busse in Ost-Ghuta eingetroffen.

(heif)