Syrer protestieren in Idlib gegen Militäroffensive der Regierung

Nach Militäroffensive : Hunderte Syrer protestieren in Idlib gegen syrische Regierung

Die Oppositionsanhänger demonstrierten am Freitag gegen die Militäroffensive der Regierung, die von der russischen Luftwaffe unterstützt wird. Am 31. August rief Russland zwar eine einseitige Waffenruhe aus, doch es ist unklar, wie lange sie noch hält.

Hunderte Syrer haben am Freitag in der letzten Rebellenbastion Idlib gegen die syrische Regierung und ihre russischen Verbündeten demonstriert. „Die Revolution ist eine Idee und Ideen sterben nicht“, hieß es auf einem Plakat, das die rund tausend Demonstranten nahe dem Grenzübergang Bab al-Hawa hochhielten. Andere schwenkten Fahnen der Opposition, die 2011 den Aufstand gegen Machthaber Baschar al-Assad angeführt hatte.

An der Grenze zur Türkei bedauerten etliche Demonstranten die Untätigkeit der Regierung in Ankara. "Wir wollen nur, dass die türkische Regierung unseren Brüdern die Grenze öffnet, die bisher unter Olivenbäumen leben", sagte der Demonstrant Abu Haitham mit Blick auf die Flüchtlinge, die mangels Unterkünften in den Olivenhainen im Freien schlafen müssen. Nach UN-Angaben wurden seit Ende April 400.000 Menschen vertrieben.

Auch in der Provinzhauptstadt Idlib gingen am Freitag hunderte Menschen auf die Straße. "Stoppt den Terror Russlands", hieß es auf dem Plakat einer Demonstrantin. Die Truppen Assads gehen seit Ende April mit Unterstützung der russischen Luftwaffe wieder verstärkt gegen die vorwiegend islamistischen Rebellen und Dschihadisten in Idlib vor. Am 31. August rief Russland eine einseitige Waffenruhe aus, doch ist unklar, wie lange sie noch hält.

m Sonntag werden türkische und US-Soldaten mit gemeinsamen Bodenpatrouillen in einer geplanten sogenannten Sicherheitszone in Nordsyrien beginnen. Das teilte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar am Freitag mit.

Die Türkei hat auf die Schaffung der Zone gedrängt, die syrisch-kurdische Kämpfer von ihrer Grenze fern halten soll. Die syrisch-kurdischen Kämpfer sind Verbündete der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, doch die Türkei stuft sie als Terroristen ein. Die Türkei will auch syrische Flüchtlinge in der Zone ansiedeln. Am Donnerstag hatte die Türkei gewarnt, sie werde syrischen Flüchtlingen über die Grenze in westliche Länder reisen lassen, falls die Sicherheitszone nicht geschaffen wird.

(anst/AFP/dpa)
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