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Bald soll wieder im Industriekomplex gearbeitet werden: Süd- und Nordkorea wollen wieder über Kaesong reden

Bald soll wieder im Industriekomplex gearbeitet werden : Süd- und Nordkorea wollen wieder über Kaesong reden

Nach tagelanger Funkstille haben sich Süd- und Nordkorea auf neue Gespräche über die Wiederinbetriebnahme ihres seit vier Monaten geschlossenen Industrieparks in Kaesong geeinigt.

Die siebte Gesprächsrunde zum grenznahen Gewerbekomplex werde nach einem Vorschlag Nordkoreas Mitte nächster Woche stattfinden, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Zuvor hatte Pjöngjang tagelang nicht auf einen Vorschlag Seouls geantwortet, "letzte" Gespräche über den auf nordkoreanischer Seite liegenden Kaesong-Komplex zu führen.

Begleitet war der Vorschlag des kommunistische Regimes in Pjöngjang von der Ankündigung, dass die "vorübergehende" Stilllegung des Betriebs aufgehoben werde. Beide Seiten sollten zusammenarbeiten, um eine erneute Schließung zu verhindern, hieß es in einer von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung. Die Arbeiter könnten wieder in die Fabriken zurückgeschickt werden, sollten die südkoreanischen Unternehmen dies wollen.

Pjöngjang hatte im April angesichts zunehmender Spannungen zwischen beiden Ländern alle 53.000 Nordkoreaner aus dem Komplex abgezogen, die dort in südkoreanischen Fabriken gearbeitet hatten. Beide Seiten hatten sich im Juli prinzipiell auf eine Wiedereröffnung geeinigt. Doch verlangte Seoul bisher vergeblich eine Garantie, dass Nordkorea den Komplex künftig nicht mehr einseitig schließen wird.

Kurz vor dem Vorschlag Nordkoreas hatte Südkoreas Vereinigungsministerium erklärt, eine "Ausfallversicherung" an über 100 betroffene südkoreanische Unternehmen auszahlen zu wollen. Dabei geht es um eine Gesamtsumme von mehr als 280 Milliarden Won (188,4 Millionen Euro). Die geplante Auszahlung wird von Beobachtern als erster Schritt Seouls gesehen, das Industrieprojekt mit Nordkorea aufgeben zu wollen. Der Kaesong-Komplex galt bis zur Schließung als wichtige Devisenbringer für den verarmten, aber hochgerüsteten Norden.

(dpa)