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Süd- & Nordkorea öffnen Kommunikationskanäle wieder

Annäherung in Fernost : Süd- und Nordkorea öffnen Kommunikationskanäle wieder

Die Führungen von Süd- und Nordkorea wollen wieder miteinander reden. Die gekappten Kommunikationskanäle werden wieder geöffnet - als erster Schritt zu verbesserten Beziehungen.

Süd- und Nordkorea haben die Kommunikationskanäle zwischen ihren Regierungen wieder geöffnet. Dies sei ein erster Schritt hin zu einer angestrebten Verbesserung der Beziehungen, teilte das Büro des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In am Dienstag mit. Seit April hätten Moon und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un etliche Male persönliche Briefe ausgetauscht und sich dann entschlossen, „die grenzüberschreitenden Kommunikationskanäle zu normalisieren.“ Die Staatschefs hätten auch vereinbart, „das gegenseitige Vertrauen wiederherzustellen und ihre Beziehungen so bald wie möglich wieder aufzubauen“, ergänzte der Regierungssprecher Park Soo Hyun in Seoul.

Nordkoreas Staatsmedien bestätigten die Bekanntgabe umgehend. „Nun verlangt die gesamte koreanische Nation danach, zu erleben, wie die Nord-Süd-Beziehungen sich so früh wie möglich vom Rückschlag und von der Stagnation erholen“, hieß es in einer Mitteilung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Im vergangenen Jahr hatte Nordkorea alle Kommunikationskanäle nach Südkorea gekappt. Damit protestiere man gegen das Unvermögen Seouls, etwas gegen Aktivisten zu unternehmen, die mit Ballonen Flugblätter mit kritischen Inhalten über Machthaber Kim Richtung Norden schicken, hieß es aus Pjöngjang. Einige Experten werteten die nordkoreanische Aktion damals auch als Zeichen der Frustration, dass Seoul lukrative innerkoreanische Wirtschaftsprojekte nicht wiederbelebt und die USA nicht zu einer Lockerung der Sanktionen gegen Pjöngjang bewegt habe.

Die Gespräche Nordkoreas mit den USA über sein Atomprogramm stecken in der Sackgasse. Der Zusammenbruch der Nukleardiplomatie setzte mit Kims zweitem Gipfel mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump 2019 in Vietnam ein. Damals wiesen die Amerikaner Forderungen der nordkoreanischen Seite nach massiven Lockerungen der Sanktionen im Gegenzug für einen Teilverzicht auf Pjöngjangs Atomarsenal zurück.

(th/dpa)