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Sturm aufs Kapitol: Mann räumt tätliche Attacke auf Beamten ein

Sturm aufs Kapitol : Erster Angeklagter bekennt sich schuldig zu Attacke auf Polizisten

Zum ersten Mal nach dem tödlichen Sturm auf den Sitz des US-Kongresses hat sich ein Beteiligter schuldig bekannt: Fitnessstudio-Besitzer Scott F. gab zu, einen Polizisten angegriffen zu haben.

Acht Monate nach dem tödlichen Sturm auf den Sitz des US-Kongresses hat sich erstmals ein Beteiligter schuldig bekannt, damals einen Polizisten tätlich angegriffen zu haben. Das Geständnis des Fitnessstudio-Besitzers Scott F. aus New Jersey kam am Freitag im Rahmen einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft zustande und könnte Vorreiter für Dutzende weitere Fälle um Kapitol-Stürmer sein, die am 6. Januar mit Polizisten aneinandergerieten.

F. ist ein früherer Kampfsportler, sein Bruder Agent beim Secret Service. Der Angeklagte war einer der ersten Anhänger des früheren US-Präsidenten Donald Trump, die laut Anklage ins Kapitol eindrangen, nachdem andere sich Schutzschilde der Bereitschaftspolizei geschnappt und damit Fenster zerschlagen und eine verschlossene Tür eingetreten hatten. Als F. das Gebäude laut Staatsanwälten verließ, bedrängte er eine Gruppe von Beamten, brüllte in deren Gesichter und blockierte ihr Vorgehen gegen den Mob.

In einem Video ist zu sehen, wie der Beschuldigte einen Schlagstock hält und brüllt: „Was (machen Patrioten? Wir entwaffnen sie verflucht nochmal und dann stürmen wir das verfickte Kapitol!“

F. war am 22. Januar in seinem Haus in Stockholm im Staat New Jersey festgenommen worden. Neben Körperverletzung eines Polizisten der Polizei von Washington D.C. räumte er die Behinderung eines Beamten ein. Auf die Vergehen stehen eigentlich mehr als 20 Jahre Haft. Als Teil seines Deals werde die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von dreieinhalb bis vier Jahre und drei Monate empfehlen, erklärte sein Anwalt. An diesen Teil der Vereinbarung ist der Richter jedoch nicht zwingend gebunden.

Erst kürzlich hatte eine Gruppe von Polizisten bei einer Anhörung im Kongress von der Konfrontation mit der Menschenmenge berichtet, die im Januar das Kapitol stürmte. Fünf Beamte, die damals Dienst taten, sind gestorben, vier von ihnen durch Suizid.

(dpa/desa)