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Anschlag auf drei Deutsche in Afghanistan: Straße östlich von Kabul galt als sicher

Anschlag auf drei Deutsche in Afghanistan : Straße östlich von Kabul galt als sicher

Kabul (RPO). Der tödliche Anschlag auf drei deutsche Polizisten in Afghanistan wirft vor allem die Frage nach der Sicherheit auf. Unklar bleibt, wie es zu dem blutigen Attentat kommen konnte. Die Straße, auf der die Opfer unterwegs waren, galt bislang als relativ sicher.

Sicherheit ist in Afghanistan nur ein vager Begriff. Der Sprengsatz, der neben dem Fahrzeug der deutschen Polizisten explodierte, war an einer Straße deponiert, auf der es bislang zu keinen größeren Zwischenfällen gekommen war. Auf dieser Sandpiste, unweit der Dschalalabad Road, patrouilliert regelmäßig die Bundeswehr, die im Distrikt Bagrami östlich von Kabul für Sicherheit sorgen soll.

Die Zündung, das ergaben vorläufige Ermittlungen, erfolgte über einen Fernzünder. Die deutschen Polizisten waren nach bisherigen Informationen in einem Konvoi unterwegs und saßen in einem Fahrzeug mit deutscher Flagge. Die Wagenkolonne bestand aus weiteren Fahrzeugen mit multinationaler Besetzung. Ein weitere Beamter, dessen Identität noch nicht näher geklärt ist, wurde nach dem Anschlag in Krankenhaus gebracht.

Das Attentat geht offenbar auf das Konto der radikal-islamischen Taliban. Auf einer Internetseite wurden entsprechende Informationen ausgetauscht. Demnach soll es sich um ein ausländisches Militärfahrzeug gehandelt haben, dass durch einen selbst gebauten Sprengsatz in die Luft gejagd wurde.

Die Taliban berichten von neun Opfern. Diese Zahl dürfte nicht den Tatsachen entsprechen. Derweil bleibt die Sicherheitsanlage in Kabul weiter angespannt. Während der Friedensgespräche mit 650 Stammesfürsten aus dem nördlichen Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan hatten Teilnehmer vor weiteren Anschlägen gewarnt. Das Treffen selbst war nicht Ziel eines Attentats.