Prinz Charles und Christian Wulff: Staatsgäste aus aller Welt Trauern um König Abdullah

Prinz Charles und Christian Wulff : Staatsgäste aus aller Welt Trauern um König Abdullah

Mit einem nationalen Trauertag hat Saudi-Arabien am Sonntag des verstorbenen Königs Abdallah gedacht. Am Wochenende reisten zahlreiche internationale Staatsgäste zu Kondolenzbesuchen nach Riad.

Altbundespräsident Christian Wulff, der französische Präsident Francois Hollande sowie der britische Premierminister David Cameron und der britische Thronfolger Charles waren unter den westlichen Vertretern, die am Samstag in der saudiarabischen Hauptstadt dem neuen König Salman ihr Beileid bekundeten.

Die sonst quirligen Straßen im Zentrum der saudiarabischen Hauptstadt Riad waren am Sonntag wie ausgestorben. Betriebsamkeit herrschte dagegen auf einem Luftwaffenstützpunkt in Riad, wo seit Freitag eine ausländische Maschine nach der anderen landete, um Präsidenten, Regierungschefs oder gekrönte Häupter zu Kondolenzbesuchen einzufliegen. Am Sonntag traf unter anderen der venezolanische Staatschef Nicolas Maduro ein.

Bereits am Samstag hatten neben Wulff, Hollande, Cameron und Prinz Charles die Präsidenten Ägyptens, Gabuns, Iraks, Abdel Fattah al-Sisi, Ali Bongo und Fuad Massum, dem neuen König Salman kondoliert, ebenso Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Auch der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif war trotz der schwierigen Beziehungen zwischen den beiden Regionalmächten nach Riad gereist. Irans Präsident Hassan Ruhani beglückwünschte Salman zur Thronbesteigung und brachte in einer Erklärung die Hoffnung auf eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen zum Ausdruck.

Unter den ranghohen Gästen, die bereits am Freitag kurzfristig zur Beerdigung Abdallahs gekommen waren, waren der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif und der sudanesische Präsident Omar al-Beschir. US-Präsident Barack Obama will am Dienstag nach Riad reisen, dafür sagte er einen Besuch des Taj Mahal im Rahmen seines seit Sonntag andauernden Besuchs in Indien ab.

Nach Angaben des Weißen Hauses telefonierte Obama mit Salman von Bord der US-Präsidentenmaschine Air-Force-One aus. Obama nannte Abdallah demnach einen "mutigen" Mann und einen "wertvollen" Partner. Die sunnitisch beherrschte Öl-Großmacht Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten arabischen Partner der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Im September schloss sich Riad der internationalen Koalition an, die die radikal-sunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien bekämpft.

Der etwa 90-jährige König Abdallah war in der Nacht zum Freitag nach einer Lungenentzündung gestorben. Bereits am Freitag wurde er nach einer Trauerfeier in der Imam-Turki-Moschee in Riad beigesetzt. Zum neuen König wurde Abdallahs Halbbruder Salman ernannt.

Die Bundesregierung stoppte derweil einem Zeitungsbericht zufolge alle Waffenexporte nach Saudi-Arabien. Der entsprechende Beschluss sei bei einer Sitzung des Bundessicherheitsrates am vergangenen Mittwoch gefallen, berichtet die "Bild am Sonntag". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sowie die sieben weiteren Minister des Gremiums hätten die entsprechenden Exportanträge entweder ganz abgelehnt oder eine Entscheidung bis auf Weiteres vertagt.

Die Diskussionen im Bundessicherheitsrat unterliegen strikter Geheimhaltung. Aus Regierungskreisen hieß es laut "Bild am Sonntag" zu Saudi-Arabien, die Lage in der Region sei zu instabil, um dorthin Waffen zu liefern. Für die deutsche Rüstungsindustrie ist Saudi-Arabien ein wichtiger Kunde. 2013 genehmigte der Bundessicherheitsrat den Angaben zufolge Waffenexporte für 360 Millionen Euro. Saudi-Arabien steht immer wieder wegen Verstößen gegen die Menschenrechte in der Kritik.

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(AFP)
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