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Spritpreis: Neuseeland halbiert Ticketpreise für öffentliche Verkehrsmittel

Hohe Spritpreise : Neuseeland halbiert Ticketpreise für Bus und Bahn

Steigende Energiepreise machen auch Neuseeland zu schaffen. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte nun Maßnahmen zur Entlastung der Bürger an. Dabei schaut ihre Regierung über Zapfsäulen hinaus.

Nach einer Kabinettssitzung am Montag teilte die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern mit, ihre Regierung habe sich auf mehrere Maßnahmen geeinigt, um hohen Benzinpreisen zu begegnen. Demnach soll die Spritsteuer des Landes um 25 Cent pro Liter gesenkt werden. Außerdem verringere sich der Fahrpreis im öffentlichen Verkehr um die Hälfte. Die Maßnahme gelte zunächst für drei Monate.

„Langfristig müssen wir eine größere Widerstandsfähigkeit in unser Verkehrssystem einbauen, damit wir weniger anfällig für Benzinpreissteigerungen sind“, sagte Ardern dem „Guardian“ zufolge. „Aber für den Moment wird eine Halbierung der Fahrpreise im öffentlichen Verkehr manchen Familien eine Alternative zur Tankfüllung geben.“

Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr legen auch in Neuseeland die Behörden am Ort fest. Finanzminister Grant Robertson sagte dem Sender „Radio New Zealand“ zufolge, die Kosten für die nun beschlossene Ermäßigung würden von der Regierung erstattet. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Stadtverwaltungen die Halbierung der Fahrkarten schnell umsetzten.

Die geplante Subvention öffentlicher Verkehrsmittel wird nach Angaben der neuseeländischen Regierung schätzungsweise zwischen 25 und 40 Millionen Dollar (zwischen 15,4 und 24,7 Millionen Euro) kosten. Dem Finanzminister zufolge können die Gelder aus dem Corona-Fonds des Landes finanziert werden. Robertson sagte, die gegenwärtige Lage würde ein Schlaglicht auf die nötige Abkehr von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energie werfen und unterstreichen, wie wichtig eine Entlastung jener sei, die von einem Anstieg der Lebenshaltungskosten betroffen seien.

Die neuseeländische Regierung steht angesichts hoher Lebenshaltungskosten unter Druck. Premierministerin Ardern betonte, die Regierung habe in der vergangenen Woche an entsprechenden Maßnahmen gearbeitet. Aktuelle Verkehrsprojekte und entsprechende Gesetzesänderungen zum Ausbau und zur Preissenkung im öffentlichen Verkehrssystem sowie zur Unterstützung von Benzinspar-, Hybrid- und Elektrofahrzeugen müssten aber fortgeführt werden.