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Sperrung von RT-Kanal: Russland droht mit Blockierung von Youtube

Nach Sperrung von deutschem RT-Kanal : Russland droht Youtube mit Blockade

Die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor droht der Online-Plattform Youtube mit Vergeltungsmaßnahmen. Hintergrund ist die Sperrung der Youtubekanäle von RT Deutsch.

Russland droht YouTube wegen der Sperrung der beiden deutschsprachigen Kanäle des Senders RT mit einem Verbot. Außerdem prüfe die Regierung Vergeltungsmaßnahmen gegen deutsche Sender, teilte das Außenministerium in Moskau am Mittwoch mit. Es wertete den Vorfall als "beispielslose Informations-Aggression". Die Aufsichtsbehörde für Medien Roskomnadsor teilte mit, sie habe die YouTube-Mutter Google aufgefordert, die Sperre von RT aufzuheben, und gewarnt, Russland könne im Fall einer Weigerung den Zugang zu YouTube einschränken oder ganz aufheben.

Die Bundesregierung wies den Eindruck zurück, sie könne etwas mit der Entscheidung von YouTube zu tun haben. Es handele sich dabei nicht um eine staatliche Maßnahme seitens Deutschlands. "Wer das behauptet, bastelt sich eine Verschwörungstheorie zurecht", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Der Schritt sei vielmehr eine Entscheidung von YouTube, die mit den Regeln begründet sei, die sich die Platform selbst gegeben habe. "Das nehmen wir zur Kenntnis", sagte Seibert. Es gebe sicher die Möglichkeit für die betroffenen Sender, dagegen Einspruch einzulegen.

YouTube hatte die Kanäle von RT DE am Dienstag gesperrt und dies mit einem Verstoß gegen die Nutzungs-Richtlinien begründet. Den Angaben zufolge erhielt RT DE wegen der Verbreitung von Falsch-Informationen über die Coronavirus-Pandemie einen Verweis und durfte zunächst keine weiteren Beiträge hochladen. Diese Einschränkung habe RT umgangen, indem es Videos in seinem Kanal "Der fehlende Part" hochgeladen habe, teilte YouTube weiter mit. Daraufhin seien die beiden RT-Kanäle dauerhaft gesperrt worden.

RT, früher Russia Today, ist nach eigenen Angaben eine "autonome, gemeinnützige Organisation, die aus dem öffentlichen Haushalt der Russischen Föderation finanziert wird". Kritiker werfen RT vor, russische Staats-Propaganda und Falschmeldungen zu verbreiten.

(th/AFP/RTR)