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Spannungen in der Regierung Libysches Innenministerium entführt Anti-Korruptions-Beamten

Kairo · Ein ranghoher Anti-Korruptions-Beamter Libyens soll finanzielle Unregelmäßigkeiten des Innenministeriums aufgedeckt haben und wurde daraufhin festgenommen. Das Ministerium erklärte, die Umverteilung der Finanzmittel sei in der Corona-Krise erforderlich gewesen.

 Kämpfer der international anerkannten Regierung kommen in der Stadt Tarhuna an. Die Kämpfe im Bürgerkriegsland dauern trotz wiederholter Aufrufe zum Waffenstillstand an.

Kämpfer der international anerkannten Regierung kommen in der Stadt Tarhuna an. Die Kämpfe im Bürgerkriegsland dauern trotz wiederholter Aufrufe zum Waffenstillstand an.

Foto: dpa/Hamza Turkia

Eine mit dem libyschen Innenministerium in Tripolis verbundene Miliz hat einen der ranghöchsten Anti-Korruptions-Beamten des Landes entführt. „Es ist bedauerlich, dass das Organ, dem von der Gemeinschaft die Umsetzung des Gesetzes anvertraut wurde, dieses verletzt“, teilte am Montag das Prüfungsamt mit, dessen Verwaltungsdirektor Reda Gergab verschleppt wurde. Es warf dem Innenministerium vor, Gergab unter Zwang weggebracht zu haben, um ihn davon abzuhalten, finanzielle Unregelmäßigkeiten aufzudecken.

Das Prüfungsamt ist ein unabhängiges Gremium, das vom libyschen Parlament in Tripolis ernannt wurde. Die Entführung zeigte tiefe Spannungen in der Regierung in der Hauptstadt angesichts einer sich verschlechternden Wirtschaftskrise.

Die Regierung wurde von den Vereinten Nationen eingerichtet und von westlichen Ländern anerkannt. Doch werden viele ihrer Institutionen in der Realität von rebellischen Milizen kontrolliert. Das Innenministerium räumte die Festnahme von Gergab ein. Es teilte mit, die Gesundheitskrise durch das neue Coronavirus habe die Verteilung dringend benötigter Finanzmittel erforderlich gemacht, „um das libysche Volk zu retten“. Die Regierung führe lediglich „Pflichten aus“, die von der Anti-Korruptions-Behörde untergraben würden.

„Wir haben bemerkt, dass das Prüfungsamt seine Rolle nicht im Einklang mit dem Gesetz ausübt“, teilte das Ministerium mit. Es verwies auf eine Überprüfung von Regierungsgeschäften durch das Gremium angesichts Vorwürfen des finanziellen Fehlverhaltens. „Die Regierung wird sich nie politischer Erpressung und Überredungskunst beugen.“

(c-st/dpa)