Spanien: Polizei durchsucht Kataloniens Regierungssitz in Barcelona

Regierungssitz durchsucht : Spanische Polizei verhaftet katalonische Regierungsmitarbeiter

Zehn Tage vor dem Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens hat die spanische Polizei mehrere Büros der katalanischen Regionalregierung in Barcelona durchsucht, rund neun Millionen Wahlzettel beschlagnahmt und zwölf Beamte festgenommen.

Unter den zwölf Politikern und Beamten, die am Mittwoch in der katalanischen Hauptstadt Barcelona abgeführt worden seien, sei der stellvertretende katalanische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Josep Maria Jové, berichteten Medien unter Berufung auf die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil. Damit hat die Polizei den engsten Mitarbeiter des stellvertretenden Regierungschefs von Katalonien festgenommen.

Insgesamt seien am Mittwoch in der katalanischen Hauptstadt Barcelona 41 Durchsuchungen durchgeführt worden, berichteten Medien unter Berufung auf die spanische Justiz.

Als Protest gegen die Festnahmen versammelten sich Hunderte Menschen vor Gebäuden von Regionalbehörden, die zuvor am frühen Vormittag von der Guardia Civil durchsucht worden waren. "No pasarán!" (Sie werden nicht durchkommen) und "Raus mit der spanischen Polizei!", skandierten die Demonstranten.

Zudem hat die Militärpolizei die Büros der Abteilungen für Wirtschaft und Außenpolitik sowie des Regierungschefs durchsucht, sagte ein Sprecher der katalanischen Behörden. Die spanische Zentralregierung in Madrid versuche auf allen Wegen, das für den 1. Oktober geplante Unabhängigkeitsreferendum zu verhindern.

Spaniens Regierung betrachtet die Volksabstimmung als illegal. Das spanische Verfassungsgericht erklärte das in Barcelona beschlossene Referendumsgesetz für ungültig. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen mehr als 700 katalanische Bürgermeister eingeleitet, die das geplante Unabhängigkeitsreferendum unterstützen.

(felt)
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